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Fahrbericht Indian Roadmaster

Wenn man vor dem Flaggschiff aus der Indian Produktpalette steht, fühlt man sich erstmals einfach nur klein. Der Luxuskreuzer auf zwei Rädern ist selbst für grossgewachsene und erfahrene Biker eine beeindruckende Erscheinung.

Als ich mein Testbike bei Indian Motorcycles Switzerland abhole, geht mir so einiges durch den Kopf. 422 Kilogramm Kampfgewicht - die beiden Bikes die ich privat fahre, wiegen nicht mal die Hälfte. Und ich hab mich an diesem Wochenende mit Freunden zu einem Töffweekend im Bündnerland verabredet. Das heisst, ich werde die Roadmaster mit Sozia und Gepäck über den Oberalp, Albula- und den Ofenpass wuchten - auf was habe ich mich da bloss eingelassen?

 
Bevor ich die Segel setze, mach ich mich mit der Bordelektronik - sprich dem Indian „Ride Command System“ vertraut. Der grosse Touchscreen bietet alle Annehmlichkeiten, die man aus dem Auto kennt. Navigation, Soundsystem und ein Informationsdisplay, das sich individuell konfigurieren lässt. Die Bedienung ist sehr intuitiv - sprich jeder der mit einem Smartphone umgehen kann, fühlt sich auch auf dem Touchscreen der Indian sofort heimisch.

Soweit alles klar. Ich setze mich auf, beziehungsweise in die Roadmaster und spüre gleich den Charme, der dieses einzigartige Bike versprüht. Man thront unglaublich bequem auf dem mit feinstem Leder bezogenen, breit ausgepolsterten Sattel. Das sauber lackierte Armaturenbrett (Zubehör) glänzt mit den zahlreichen verbauten Chromteilen um die Wette. Ein Ausblick wie auf der Brücke einer Luxusyacht.

Indians „Ride Command System“ bietet alle Annehmlichkeiten, die man aus dem Auto kennt. Navigation, Soundsystem, sowie ein Informationsdisplay, das sich individuell konfigurieren und intuitiv bedienen lässt.

 
Beim Rangieren machen sich die Pfunde der stämmigen Amerikanerin erstmals bemerkbar, doch ist sie erst in Fahrt, schmelzen diese augenblicklich dahin. Der mächtige V2-Motor mit satten 1,8 Litern Hubraum setzt das Bike mühelos in Bewegung und schon kurz nach der Überschreitung des Schritttempos hebt die Indian ab. Richtig gehört - die Roadmaster fährt oder gleitet nicht, sie schwebt über den Asphalt. Dieses Bike ist der Bentley unter den Motorrädern. Bodenunebenheiten sind kaum spürbar und werden vom Fahrwerk souverän glattgebügelt. Würde sich Queen Elizabeth hin und wieder in die Lederkluft werfen, wäre die Indian Roadmaster das passende Bike für sie - ein Motorrad für eine Monarchin.
 
Wer jetzt denkt, die Indian Roadmaster sei nur etwas für die elitäre Oberschicht, der hat weit gefehlt. In ihr steckt auch eine echte Rockerbraut. Dies wird spätestens klar, als ich die schwarze Schönheit, nach unserem gemütlichen Ausflug durchs Bündnerland, ohne Sozia und Gepäck über die Landstrassen treibe.

Mit schwindender Beladung wandert der Schwerpunkt merkbar nach unten und mit der druckvollen Unterstützung des 135 Nm starken Zweizylinders kann die Indian auch zügig um engere Kurven bewegt werden. Es ist kaum zu glauben wie dynamisch sich dieses mächtige Motorrad anfühlt.

Richtig gute Laune kommt auf, als ich die exzellente Musikanlage anwerfe. Dank dem gut ausgeprägten Windschutz ist Klangqualität auch bei hohen Geschwindigkeiten noch hervorragend. Ich ertappe mich dabei, wie ich die Gitarrenriffs von Metallica mit gezielten, tief grollenden Zwischengas-Stössen der Indian ergänze - ein Wahnsinns-Spass!

Mit der Indian Roadmaster ist man unabhängig von der Streckenlänge, auch mit Sozia und Gepäck, ausgesprochen bequem unterwegs. Das ideale Bike für Tourenfahrer, die gerne alleine oder zu zweit, viel Zeit auf der Strasse verbringen.

Reto’s Fazit

Die Indian Roadmaster bietet ein erhabenes Fahrgefühl, das seinesgleichen sucht. Mit ihr ist man unabhängig von der Streckenlänge, auch mit Sozia und Gepäck, ausgesprochen bequem unterwegs. Dank dem guten Windschutz und der Griff- und Sitzheizung kann die Saison von Frühling bis Herbst ohne einmal zu Zittern genossen werden. Das ideale Bike für Tourenfahrer, die gerne alleine oder zu zweit, viel Zeit auf der Strasse verbringen.

Allerdings hat der gebotene Luxus auch seine Kehrseiten. Das hohe Gewicht macht sich beim Rangieren und in engen Spitzkehren bemerkbar. Ausserdem kann der gute Windschutz bei hohen Temperaturen auch zu viel des Guten werden.

Natürlich kann die untere Frontverkleidung der Roadmaster im Sommer abmontiert werden. Denjenigen unter euch, die gerne über das ganze Jahr etwas leichter und luftiger unterwegs sind, empfehlen wir eine Probefahrt mit der Indian Chieftain. Diese verzichtet auf das Topcase und die untere Frontverkleidung. Dadurch ist sie 40 Kilogramm leichter und versorgt die Beine ihrer Passagiere mit zusätzlichem, kühlendem Fahrtwind.

Wenn ihr gerne die Indian Roadmaster oder die ihre etwas leichtere Schwester - die Chieftain testen möchtet, findet ihr den nächsten Indian-Händler in eurer Region auf indianmotorcycle.ch. Und vergesst nicht den passenden Sound mitzunehmen - have fun!

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