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Mehr Leistung und Hubraum braucht die Schweiz

Wir Schweizer stehen auf Hubraum und Leistung. Bikes mit fetter Motorisierung gehen hierzulande über den Ladentisch wie „warme Weggli“. Und was früher mal als Topmotorisierung galt, sprich die Hubraumklasse zwischen 700 und 1000 ccm, gilt heute als Mittel- bzw. teilweise sogar als Einsteiger-Klasse.

Doch macht das in einem Land, in dem man wegen 15-25 km/h Geschwindigkeitsübertretung als potentieller Totschläger an den Pranger gestellt und verurteilt wird, eigentlich noch Sinn?
 

Ein Blick zurück

Werfen wir einen Blick ins Tagebuch und blättern zehn Jahre zurück. Damals hatten Reisenduros wie z.B. eine KTM Adventure noch 990 Kubik und 106 PS, eine Kawasaki Z1000 glänzte mit 125 Pferdestärken und selbst ein Ducati-Multistrada-Fahrer heizte mit einem unter 1000 ccm grossen und 84 PS starken Motor über unsere Passstrassen. Diese Bikes hatten eines gemeinsam - sie galten alle als stark motorisiert und eher ungeeignet für Fahranfänger.

Die Leistungsspirale schraubt sich nach oben

Heute sieht die Welt ganz anders aus. KTM und Ducati befeuern die Topmodelle ihrer Reiseenduro und Nakedbike-Paletten mit rund 1300 Kubik und 160 PS und die Z1000 von Kawasaki hat mittlerweile auch die 140 PS Leistungsmarke durchbrochen.

Kawasaki und Ducati legten 2018 sogar noch ein paar glühend heisse Kohlen nach. Die Kawasaki Ninja H2 SX ist die neue Königin im Sporttourer-Quartett. Ihr kompressorbeatmeter 4-Zylinder brennt gewaltige 200 PS in den Asphalt.

Das neue heisse Eisen im Feuer der Italiener ist die Ducati Panigale. Als erstes Modell in der Ducati-Familie verfügt sie über den neuen V4 Motor. Mit ihr wurde nicht nur die V2-Tradition in Bolognia, sondern auch die magische 200PS-Marke deutlich durchbrochen.

Es ist naheliegend, dass in naher Zukunft noch weitere Modelle mit dem leistungsgewaltigen V4 Motor folgen werden und sich so auch die Leistungsspirale im Naked- und Tourenbike-Segment der Italiener weiter nach oben schraubt.
Die Kawasaki Ninja H2 SX ist die neue Königin im Sporttourer-Quartett. Ihr kompressorbeatmeter 4-Zylinder brennt gewaltige 200 PS in den Asphalt.
Die Ducati Panigale mit dem neuen V4 Motor. Mit ihr wurde nicht nur die V2-Tradition in Bolognia, sondern auch die magische 200PS-Marke deutlich durchbrochen.
 

Zusätzlicher Fahrspass oder PS-befeuerter Unsinn?

Wir wollen hier auf keinen Fall die Hubraum- bzw. leistungsstarken Bikes verteufeln. Natürlich macht Spass, mit über 150 PS zwischen den Beinen mal so richtig am Gasgriff zu drehen. Wer allerdings denkt, dass dies auf Schweizer Landstrassen innerhalb der gesetzlichen Richtlinien möglich ist, belügt sich in den meisten Fällen selbst. Das heisst, die anfängliche Fahrfreude wird von unserer Rennleitung in Blau automatisch in einen dauernden Kampf mit dem eigenen kleinen Teufel verwandelt, der in unserem Fall nicht auf der Schulter, sondern auf der Gashand und somit immer in unserem Blickfeld sitzt.
Ob dies in zusätzlichem Fahrspass oder PS-befeuertem Unsinn gipfelt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Kompromisslose Fahrfreude mit der "Mittelklasse-Bikes"

 
Wer sich heute für ein Bike aus der sogenannten Mittelklasse entscheidet, stellt sich kein mittelmässiges Bike, sondern eine kompromisslose Fahrmaschine in die Garage.

Die „kleineren“ Motorräder aus dem Touring- und Naked-Bike-Bereich der meisten Hersteller bieten gegenüber ihren grossen Geschwistern kaum nennenswerte Nachteile. Oft sind sie jedoch deutlich günstiger und punkten dank tieferem Gewicht mit merkbar dynamischerem Fahrverhalten auf Land- und Passstrassen.
KTM Adventure 1090 - auf Schweizer Pass- und Landstrassen schlicht und einfach die schnellste Reiseenduro am Markt.
TM 790 Duke - leider sind wir das Österreichische Skalpell noch nicht gefahren. Sie wird jedoch von den Motorrad-Experten vom „Töff“ und „Moto Sport Schweiz“ in den höchsten Tönen gelobt. Das heisst sie ist auf jeden Fall „Ready to Race“.
Kawasaki Z900 - die „kleine“ Kawasaki ist eine absolute Macht auf der Landstrasse. Mehr Nakedbike geht nicht.
Ducati Monster 797 - schön, leicht, dynamisch, schnell. Die rote Schönheit aus Bologna macht nicht nur eine gute Figur, sie ist auch ein Kurvenwedlerin erster Güte.
Ducati Multistrada - optisch von der grösseren Schwester kaum zu unterscheiden, top motorisiert und super ausgestattet. Was will man mehr?
Yamaha MT-09 SP - die edle SP-Ausführung war bis anhin der grösseren Schwester vorbehalten. Nun steht auch die 900er mit dem Dreizylinder-Motor auf dem goldenen Öhlins-Fahrwerk. kompromissloser geht’s nicht.
Indian Scout Bobber -  natürlich haben wir auch passende Beispiele für die Cruiser Freunde unter euch. Der wunderschön ausgearbeitete, wassergekühlte V2 von Indian ist eine Wucht.
Harley Davidson Forty-Eight Special - cooler Custom-Bike-Look ab Werk der amerikanischen Kultmarke. Ein Bike das wir in diesem Jahr auf jeden Fall noch testen werden.
 

Wir Töfffahrer profitieren

Egal wie man es dreht oder wendet - schlussendlich profitieren wir Töfffahrer von der PS-Schlacht der Hersteller.

Wer auf fette Motoren und Leistung im Überfluss steht, kann auf eine breite Auswahl an Motorrädern zurückgreifen, die in Leistungsklassen vordringen, die früher nur professionellen Rennfahrern vorenthalten war. Und wer seine Lust an der Beschleunigung mit rund 100 PS befriedigen kann, der freut sich über das tolle Preis-Leistungsverhältnis der Angebote in der Mittelklasse.

Beim nächsten Motorrad-Kauf können wir euch einen etwas ausgeprägteren Blick auf die „kleineren Schwestern“ der jeweiligen Topmodelle auf jeden Fall empfehlen. Denn mit allen oben aufgeführten Bikes und natürlich auch mit vergleichbaren Modellen von anderen Herstellern ist kompromissloser Fahrspass vorprogrammiert.
 
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