
Moto Guzzi Stelvio – erfrischend anders
30. Juni 2026
Hitzeflucht an den Walensee
16. Juli 2026Kompromissloses Sporttouring
Während viele Hersteller ihre sogenannten Einsteigermodelle möglichst günstig positionieren und dafür bei Ausstattung und Komfort sparen, geht Yamaha einen anderen – und aus unserer Sicht den richtigen – Weg.
Immer mehr chinesische Hersteller drängen mit überraschend hochwertigen Motorrädern zu Kampfpreisen auf den Schweizer Markt. Bewährte japanische Qualität bleibt jedoch gefragt – vorausgesetzt, die Ausstattung kann mit der Konkurrenz mithalten oder diese sogar übertreffen.
Yamaha hat diese Entwicklung erkannt und konsequent reagiert. Die aktuelle Yamaha Tracer 7 GT setzt kompromisslos auf hochwertige Komponenten und umfangreiche Serienausstattung. Dass sich dieser Anspruch im Preis widerspiegelt, überrascht nicht: Mit einem Einstiegspreis von 11'990 Schweizer Franken gehört sie sowohl bei der Ausstattung als auch preislich zur Spitze ihrer Klasse.
Ob sich die Investition lohnt und welche Extras wir zusätzlich empfehlen, haben wir im praktischen Toureneinsatz überprüft.
Test der Tracer 7 in der 35-kW-Version
Um diesen Artikel nicht unnötig in die Länge zu ziehen, verweisen wir auf unseren ausführlichen Test der A2-tauglichen Tracer 7 von Fabienne.
Yamaha Tracer 7 – die Kurvenräubertochter
Die Kurzfassung: Bis auf wenige kleine Kritikpunkte überzeugt die Yamaha Tracer 7 auf ganzer Linie. Das gelungene Design, die entspannte Sitzposition und der wirkungsvolle Windschutz schaffen beste Voraussetzungen für lange Touren. Das hochwertige Fahrwerk harmoniert hervorragend mit dem kräftigen Motor, während die standfesten und fein dosierbaren Bremsen jederzeit Vertrauen vermitteln. Das Resultat ist ein Motorrad, das auf kurvigen Landstrassen ebenso begeistert wie auf langen Reisetappen.
Leichtes Spiel für Yamahas CP2-Motor
Der aus MT-07 und Ténéré bekannte CP2-Reihenzweizylinder leistet in der offenen Version 73 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 68 Nm. Mit seinen 689 Kubikzentimetern Hubraum fühlt sich der Motor in der Praxis deutlich kräftiger an, als es die technischen Daten vermuten lassen – eine seiner bekannten Stärken.
Entsprechend leicht hat es der Antrieb mit den fahrfertigen 212 Kilogramm der Tracer 7 GT. Das sportliche Leichtgewicht beschleunigt souverän aus engen Kurven und zaubert auch erfahrenen Fahrern ein breites Grinsen unter den Helm.
Was ist dabei?
Wenn wir von einer hervorragenden Ausstattung sprechen, meinen wir nicht nur elektronische Spielereien. Selbstverständlich verfügt die Tracer 7 GT über sämtliche aktuellen Assistenzsysteme, verschiedene Fahrmodi sowie ein 5-Zoll-TFT-Display mit Smartphone-Konnektivität. In Verbindung mit der Garmin-App StreetCross steht sogar eine vollständige Karten- und Turn-by-Turn-Navigation zur Verfügung.
Noch wichtiger sind jedoch jene Ausstattungsmerkmale, die Fahrdynamik und Langstreckenkomfort tatsächlich verbessern.
Dazu gehören die hochwertige Aluminium-Schwinge, das voll einstellbare Fahrwerk mit Upside-Down-Gabel sowie die per Handrad verstellbare Federvorspannung am Federbein. Hinzu kommen das verstellbare Windschild, das guten Windschutz bietet, die Geschwindigkeitsregelanlage, abschliessbare Hartschalenkoffer, Hauptständer, vollständig integrierte Heizgriffe und eine höhenverstellbare Sitzbank.
Abgesehen von einem elektronisch geregelten Fahrwerk bietet die Tracer 7 GT damit praktisch alles, was man sich als Tourenfahrer wünschen kann. Selbst anspruchsvolle Vielfahrer dürften kaum etwas vermissen.
Was fehlt?
Quickshifter oder Y-AMT?
Die Wahl zwischen Yamahas automatisiertem Y-AMT-Getriebe und dem klassischen Quickshifter ist letztlich Geschmackssache. Beide Systeme funktionieren ausgezeichnet.
Das Y-AMT kostet 500 Franken Aufpreis und kann auf Wunsch auch manuell über Schaltwippen am Lenker bedient werden. Wer lieber klassisch schaltet, erhält den Quickshifter bereits für 267 Franken.
Alternativ ist der Quickshifter auch Bestandteil des Sportpakets für 969 Franken. Dieses umfasst zusätzlich Sturzbügel, Tankpads, sequentielle LED-Blinker sowie einen kurzen Kennzeichenhalter.
Gepäcksystem
Seit Jahren setzen wir auf Tankrucksäcke und Hecktaschen von SW-Motech. Der deutsche Zubehörspezialist produziert auch die Softgepäcklösungen, die über das originale Yamaha-Zubehörprogramm angeboten werden.
Unsere Empfehlung: der PRO City WP Tankrucksack sowie den PRO Rearbag. Beide ergänzen die serienmässigen Seitenkoffer ideal und lassen sich in wenigen Sekunden werkzeuglos montieren oder entfernen.
Navigation
Wie so oft empfehlen wir die Navigation per Smartphone. Die meisten Fahrer besitzen bereits ein leistungsfähiges Gerät – zusätzliche Hardware ist daher meist überflüssig.
Wer allerdings mit Tankrucksack unterwegs ist, kennt das Problem: Eine Lenkerhalterung wird häufig vom Gepäck verdeckt. Zudem ist eine Position hinter dem Windschild deutlich besser im Blickfeld und schützt das Smartphone gleichzeitig vor Witterungseinflüssen.
Da Yamaha keine passende Halterung anbietet, empfehlen wir die Lösung von Evotech Performance. Sie lässt sich unkompliziert montieren und ist mit den Halterungen sowie den Smartphone-Hüllen von SP Connect kompatibel.
In Kombination mit dem Charging Anti Vibration Module von SP Connect ist sogar induktives Laden möglich. Dadurch entfallen die typischen Probleme feuchter Steckverbindungen bei Regen. Die Montage sollte allerdings idealerweise von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.
Fazit
Rechnet man das empfohlene Zubehör zum Kaufpreis hinzu, überschreitet die Yamaha Tracer 7 GT problemlos die Marke von 13'000 Franken. Für ein Motorrad mit knapp 700 Kubikzentimetern Hubraum ist das zweifellos kein Schnäppchen.
Gemessen an der hochwertigen Ausstattung, der ausgezeichneten Verarbeitung und den vielseitigen Toureneigenschaften relativiert sich der Preis jedoch schnell. Die Tracer 7 GT ist eine vollwertige Sporttourerin, der ohne weitere Umbauten bereit für grosse Reisen mit viel Gepäck ist.
Damit bietet sie weit mehr als nur den Einstieg in die Sporttouring-Klasse. Sie ist ein Motorrad für alle, die eine echte Allrounderin suchen – eines, das auf der schnellen Feierabendrunde ebenso überzeugt wie auf einer mehrwöchigen Europatour.
Manuela spielt im Team Y-AMT
Ich geniesse das entspannte Fahren mit Y-AMT. Das System schaltet präzise, schnell und situationsgerecht, sodass ich mich ganz auf die Strecke konzentrieren kann. Ich würde das nur zwei Kilogramm leichte Schaltwunder auf jeden Fall dazu bestellen.
Reto setzt auf den Quickshifter
Ich war auf unserer Tour mit der Tracer 9 GT+ unterwegs, die mittlerweile ausschliesslich mit Y-AMT angeboten wird. Da ich bevorzugt manuell schalte, würde meine Wahl im Fall der Tracer 7 GT auf den Quckshifter fallen.

























