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Der Tarnkappenbobber

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Flach, breit, tief

So lässt sich die böse Schwester in der Indian Scout Familie am besten beschreiben. Wie ein Tarnkappenbomber liegt die Indian Scout Bobber tief geduckt über dem Asphalt. Ihr matter Lack schimmert leicht im Licht, als wir die amerikanische Schönheit bei Indian Motorcycles Switzerland abholen. Wer sich noch an den Test der klassischen Indian Scout erinnert weiss, dass wir uns besonders auf diese Fahrt gefreut haben.

Einzigartiges Gesamtbild
Bevor man auf der Indian Scout Bobber platz nimmt, muss man sich etwas Zeit nehmen, um das Design des Bikes zu geniessen. Sie liegt etwas tiefer als ihre klassische Schwester.
 
Bei 645 Millimeter kann man kaum noch von „Sitzhöhe“ sprechen. In Kombination mit dem flachen Lenker und den knapp 2.3 Metern Länge ergibt sich eine imposantes, einzigartiges Gesamtbild. Eine Indian Scout Bobber schon an ihrem Schatten erkennbar. Das kann man nicht von jedem Bike behaupten.

Stilvoll, schnell und sicher unterwegs
Doch die Indian Scout Bobber ist kein reines Showbike. Sie fährt sich auch richtig gut. Genau wie die Inidan Scout kommt in der Bobber der wassergekühlte 1200er Motor zum Einsatz. Dieser ist nicht nur kunstvoll verziert und fügt sich nahtlos in die schwungvollen Linien des Bikes ein, er ist auch aus technischer Sicht ein Gedicht. Der mit 99mm relativ langhubige Motor ist klar auf Drehmoment ausgerichtet. 94 Nm drückt das Kraftpacket auf die Kurbelwelle. Damit ist die Bobber ganz vorne mit dabei. Auf Tour mit den Kumpels die Naked Bikes fahren? Kein Problem - die Indian bleibt dran.

Sie lässt sich auch spielerisch in Kurven legen und bleibt dank ihres langen Radstandes auch bei hohen Geschwindigkeiten extrem stabil. Die kräftig zupackenden Bremsen verzögern das Bike zuverlässig. In Kombination mit dem einwandfrei arbeitenden ABS-System werden Vollbremsungen selbst aus hohen Geschwindigkeiten zum Kinderspiel. Mit der Inidan Scout Bobber ist man also nicht nur stilvoll, sondern auch sehr sicher unterwegs.
 
Bobber oder nicht Bobber - das ist die Frage?

Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Das trifft auch auf die Indian Scout Bobber zu. Dank der tiefliegenden Sitzposition ist sie ein ideales Bike für kleingewachsene Personen. Ausserdem sieht sie super cool aus, das ist unbestritten.

Die aus den weit vorne liegenden Fussrasten und dem flachen Lenker resultierende Sitzposition ist jedoch nicht jedermanns Sache. Auf der klassischen Scout sitzt man deutlich entspannter. Auch die tiefere Sitzposition hat ihren Preis. Der Federweg schrumpft bei der Bobber von 76 auf 50 Millimeter. Der Tiefflieger fordert deshalb von Ihrem Piloten einen etwas stärkeren Rücken und den Verzicht auf ein paar Grad Schräglagenfreiheit.

Zudem ist die Seitentasche, die als Zubehör geordert werden kann, auch deutlich kleiner als bei der Indian Scout. Man ist mit der Bobber, auch was das Gepäck betrifft, spartanischer aufgestellt.
 
 
Genug Zeit für Probefahrten einplanen
Wer sich eine Indian Scout Bobber kaufen möchte, sollte auf jeden Fall genug Zeit für eine ausgiebige Probefahrt einplanen. Alle Bikes aus der Scout-Familie sind Premiumprodukte, mit denen man grundsätzlich nichts falsch machen kann. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen der Indian Scout Bobber und der klassischen Scout grösser, als es oberflächlich betrachtet erscheint. Wir empfehlen deshalb, vor dem Kauf den Fachhändler in der Region aufzusuchen und das Wunschbike übers Wochenende zu mieten.

"Ein erstklassiger Cruiser"

 

Retos Fazit:

Als ich die Indian Scout Bobber zum ersten mal sah, war ich total begeistert und das bin ich auch noch, nachdem ich sie gefahren bin. Das Design des Bikes ist schlicht und einfach umwerfend.
Trotzdem würde ich mich eher für die klassische Scout entscheiden. Als Langstreckenfahrer, der gerne auch mehrere Tage auf dem Bike sitzt, überwiegen für mich die Vorteile der „braveren Schwester“. Die bequemere Sitzposition, der längere Federweg, die höhere Schräglagenfreiheit und die grössere Gepäckkapazität sind für mich Vorteile, welche die coolere Optik der Bobber übertrumpfen. Doch dabei handelt es sich um das persönliche Empfinden eines Tourenfahrers der rund 20’000 Kilometer im Jahr runterreisst.

Indian_Scout_Bobber_2019_Reto_01
Die Indian Scout und die Indian Scout Bobber sind beides erstklassige Cruiser. Deshalb ist meine Empfehlung: Am besten beide probefahren - dann werdet ihr schnell merken, welche der beiden Schwestern besser zu euch passt.

Probesitzen könnt ihr übrigens schon an der Swiss Moto 2019. Am Stand von Indian Motorcycles (Halle 2 / Stand B03) stehen alle aktuellen Indian-Modelle bereit.
 
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