parallax background

Fabiennes Naked-Bike-Schnelltest

Garage Sounds Festival 2025
7. August 2025
Schnelle Weiterbildung nach Feierabend
13. August 2025
Garage Sounds Festival 2025
7. August 2025
Schnelle Weiterbildung nach Feierabend
13. August 2025

Testtag bei der hostettler moto ag Zürich Nord

Das passende Naked Bike auszuwählen, ist keine leichte Aufgabe – besonders, wenn man noch keine oder nur wenig Praxiserfahrung auf dem Motorrad sammeln konnte. Fabienne steht mitten in ihrer zweiten Töffsaison und berichtet seit Frühjahr 2024 laufend über ihre Abenteuer, die sie mit und auf dem Motorrad erlebt.

Somit ist sie die ideale Kandidatin aus dem Redaktionsteam von moto-lifestyle.ch für diesen Test. Auch der beste Ort, um die Testfahrten durchzuführen, ist schnell gefunden. Die hostettler moto ag Zürich Nord bietet Motorräder von sechs verschiedenen Marken unter einem Dach an. Unter anderem von Yamaha, Kawasaki, KTM und Husqvarna. Hier stehen uns die beliebtesten Naked Bikes in der 35-Kilowatt-Klasse zur Verfügung. Beste Bedingungen für einen abwechslungsreichen Testtag.

 

Kawasaki Z900

Die Kawasaki Z900 ist eines der meistverkauften Motorräder in der Schweiz. In der 900-Kubik-Klasse liegt sie seit Jahren an der Spitze – und das nicht ohne Grund. Ihr Vierzylinder-Motor leistet offen 95 PS und begeistert mit einem hohen maximalen Drehmoment von 93 Nm.

Darüber hinaus wirkt die Japanerin ausgesprochen erwachsen. Mit ihrem bulligen Auftritt und dem breit ausladenden Tank steht sie den Hypernakedbikes mit 1000 cm³ Hubraum oder mehr nahezu in nichts nach. Und das sowohl optisch als auch fahrtechnisch. Wer eine Kawasaki Z900 sein Eigen nennt, spürt schon beim ersten Aufsitzen, dass er ab jetzt mit den ganz Grossen mitfahren kann.

Im Fahrbetrieb fällt die hervorragende Spurstabilität des Motorrads auf, die jedoch etwas zu Lasten des Handlings geht. Auch beim Rangieren verlangt die Kawasaki etwas mehr Konzentration als die anderen Testkandidatinnen – schliesslich ist sie mit 213 kg (fahrfertig) das schwerste Modell im Test.

Auf der Landstrasse fallen die paar zusätzlichen Pfunde jedoch nicht mehr ins Gewicht. Die Z900 lässt sich spielend leicht durch Kurven dirigieren und begeistert mit kerniger Vierzylinder-Soundkulisse, feinfühlig ansprechendem Fahrwerk sowie butterweich zu schaltendem Getriebe inklusive Quickshifter.

Kawasaki bietet mit der Z900 ein stimmiges Gesamtpaket zum attraktiven Preis von 10’590.- Franken.

 

 

KTM 790 Duke

Obwohl die KTM 790 Duke in China gefertigt wird, ist sie auf den ersten Blick als markentypisches Naked Bike aus der Mattighofener Duke-Familie erkennbar. Aggressives, kantiges Design, schlank, drahtig, durchtrainiert - ready to race. Der Reihenzweizylinder von KTM mit 799 cm³ Hubraum leistet offen 95 PS. Die auf dem Papier stehenden 87 Nm Drehmoment mögen auf den ersten Blick nicht sonderlich beeindruckend erscheinen, fühlen sich in der Praxis jedoch genauso an, wie man es von einer KTM erwartet.

Dank der sehr kurzen Gesamtübersetzung beschleunigt die 790 Duke in der 35-kW-Ausführung sehr gut und hängt spritzig am Gas. Das passt zum extrem agilen Handling des Motorrads. Langsame Fahrten durch die Stadt oder enge Kehren sind mit der schlanken Österreicherin kein Problem.

Auch die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Das TFT-Display wirkt hochwertig und aufgeräumt, ist unabhängig von den Lichtverhältnissen immer perfekt ablesbar und bietet Smartphone-Konnektivität mit Navigationsfunktion. Ausserdem ermöglicht es die Steuerung von Audiodaten und Anrufen und stellt einen USB-C-Anschluss zum Laden von Endgeräten zur Verfügung. 

Die Verarbeitung der Duke ist solide, doch ein paar Abstriche, wie beispielsweise das nicht überlackierte Dekor, müssen in Kauf genommen werden. Angesichts des Kampfpreises von 8’990.- Franken geht das jedoch völlig in Ordnung.

 

 

Yamaha MT-07 Y-AMT

Das 2025er Modell der Yamaha MT-07 wurde komplett überarbeitet. Mit ihrer Upside-Down-Federgabel, dem 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, den wählbaren Fahrmodi sowie dem automatisierten Schaltgetriebe Y-AMT mit Tempomat verfügt sie über die beste Ausstattung ihrer Klasse.

Die MT-07 Y-AMT bedient die Kupplung vollautomatisch. Die Gänge können wahlweise automatisch geschaltet oder per Schaltwippe am linken Lenkerende bedient werden. Diese neue Technologie ermöglicht es, sich stärker auf den Verkehr und die Linienwahl zu konzentrieren. Ein deutlicher Vorteil – vor allem für NeueinsteigerInnen.

Der CP2-Motor, der auch in der Ténéré 700 und der Tracer 7 zum Einsatz kommt, hat sich seit Jahren bewährt und ist dank des breiten nutzbaren Drehzahlbands ideal für Touren auf Schweizer Pass- und Landstrassen geeignet. Mit einer Spitzenleistung von 74 PS und einem maximalen Drehmoment von 68 Nm sorgt der Zweizylinder auch offen für viel Fahrspass und vermag selbst erfahrene Bikerinnen und Biker zu begeistern.

Die für Yamaha typische Verarbeitungsqualität und die technisch hochstehende Ausstattung haben jedoch ihren Preis. Mit 8’990 Franken gehört die Yamaha MT-07 zu den hochpreisigeren Modellen ihrer Hubraumklasse. Dass sie seit Jahren unangefochten an der Spitze der Schweizer Verkaufsstatistik im Naked-Bike-Segment steht, beweist jedoch, dass sie die Investition wert ist.

 

 

Husqvarna Vitpilen 401

Die Husqvarna Vitpilen 401 ist eindeutig die Exzentrikerin in dieser Testreihe. Mit ihrem auffälligen Design, der sportlichen Sitzposition und ihrem Einzylinder-Motor spricht sie sicherlich nicht die breite Masse an – und will das vermutlich auch gar nicht.

Der aus dem Hause KTM stammende LC4-Motor leistet 33 kW, also 45 PS. Damit ist sie in erster Linie für Leute geeignet, die ihren A2-Führerschein behalten möchten, oder für diejenigen, die ein besonders leichtes Bike bevorzugen. Dank der kleineren Motorisierung wiegt sie vollgetankt unter 160 Kilogramm und ist damit das Leichtgewicht in diesem Test.

Dafür stellt sie etwas höhere Anforderungen an die Leidensfähigkeit ihrer stolzen Besitzer. Aufgrund der sportlichen Sitzposition und der hart gepolsterten Sitzbank wird sie kaum die erste Wahl für Tourenfahrer sein. Für Fahrten über die Hausstrecke oder in der Stadt ist die Husky jedoch sehr gut geeignet.

Abschliessend müssen wir noch erwähnen, dass es sich bei dem getesteten Motorrad noch nicht um die neuste Modellgeneration handelte, da diese zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung stand. Mittlerweile können die 2025er-Modelle der Svartpilen und Vitpilen 401 probegefahren werden. Sie verfügen über eine besser gepolsterte Sitzbank, eine etwas entschärfte Sitzposition und ein modernes TFT-Display.

Beide Modelle sind für 6’990 Franken erhältlich. Ein sehr attraktiver Preis für Motorräder, die auf der Strasse nur selten anzutreffen sind und bewundernde Blicke auf sich ziehen.

 

 

Fabiennes Fazit:

Jedes der getesteten Motorräder hat seinen eigenen Charme und individuelle Stärken, auch wenn sie sich deutlich unterschiedlich fahren lassen. Die Kawasaki Z900 hat mich vor allem mit ihrem souveränen Fahrgefühl begeistert, während sich die Yamaha MT-07 im direkten Vergleich spürbar handlicher bewegen lässt. Die KTM verbindet das Beste aus diesen beiden Welten. Obwohl sie sehr schlank gebaut ist und extrem agil fährt, beeindruckt sie mit ihrem kraftvollen Motor.

Die sportliche Sitzposition der Husqvarna Vitpilen 401 ist für mich sehr ungewohnt und passt wenig zu meinem tourenlastigen Fahrprofil. Ihr extrem niedriges Gewicht hat mir jedoch sehr gut gefallen. Gerne werde ich bei Gelegenheit noch das überarbeitete 2025er-Modell Probe fahren.

Letztendlich würde ich mich jedoch wieder für die Yamaha MT-07 entscheiden. Die ausgewogene Motorcharakteristik in Verbindung mit der hervorragenden Ausstattung passt perfekt zu meinem Fahrstil und Einsatzgebiet. Nicht zuletzt dank des automatisierten Schaltgetriebes Y-AMT, das ich in den letzten Monaten schätzen und lieben gelernt habe.

Doch wie bereits erwähnt, haben alle vier Testbikes ihre Stärken. Ich kann deshalb nur empfehlen, sich die Zeit für eine Probefahrt zu nehmen. Die Auswahl an Neumotorrädern und Occasionen bei der hostettler moto ag Zürich Nord ist riesig und das freundliche und kompetente Team nimmt sich gerne Zeit für seine Kunden. Eine Fahrt nach Rümlang lohnt sich deshalb auf jeden Fall.