parallax background

Offroadtest: Royal Enfield Himalayan – Auer Power Limited Edition

Suzuki präsentiert streng limitierte Sondermodelle an der MOTO-ZÜRICH
19. Februar 2026
Pressetest Triumph Trident 800: Die Katze ist aus dem Sack
4. März 2026
Suzuki präsentiert streng limitierte Sondermodelle an der MOTO-ZÜRICH
19. Februar 2026
Pressetest Triumph Trident 800: Die Katze ist aus dem Sack
4. März 2026

Gelebte Selbstverständlichkeit

Mit der Himalayan 452 hat Royal Enfield ein äusserst robustes Motorrad für jedes Terrain im Angebot. Und was für den Himalaya gut genug sein soll, dürfte sich bestimmt in den Alpen pudelwohl fühlen. Der umtriebige Obwaldner Händler Auer Power aus Sarnen hat auf dieser Basis eine Limited Edition aufgelegt, welche mit ein paar zusätzlichen Goodies aufwartet. Sie begleitet mich auf eine wunderschöne Tour in den Westalpen.

 

Ein Blick zurück

Für alle die Royal Enfield nicht kennen - ein kurzer geschichtlicher Exkurs: Die ehemals Britische Motorradmarke produziert durchgehend seit 1901. Im Jahr 1955 wurde eine Fertigungslinie der „Bullet“ nach Indien verlegt, wo bis heute Töff hergestellt werden. In England hingegen wurde die Produktion 1970 eingestellt.

Also steht da in Gestalt der Himalayan eine Inderin vor mir? Ja und nein, den gewisse Entwicklungsschritte werden weiterhin in England realisiert. Und ausserdem ist diese eigenständige Maschine durch Auer Power mit einer guten Dosis Swissness geimpft.

 

Limited Edition mit Charakter

Neben einer angepassten Bereifung und dem markanten Rally-Heck fallen vor allem die eigenständige – frei wählbare – Farbgebung sowie der HP-Corse-Auspuff ins Auge. Das sind die sichtbaren Modifikationen. Über allfällige technische Feinabstimmungen im Hintergrund schweigt sich Auer-Power-Chef Daniel zwar aus, betont aber, dass alles legal ist.

Die Verarbeitung der Himalayan überzeugt. Einstellbare Handhebel sucht man zwar vergeblich, doch die Armaturen wirken hochwertig, eigenständig und sind in dieser Form einzigartig. Die gesamte Anmutung ist währschaft und langlebig, ohne grobschlächtig zu wirken – vielleicht mit Ausnahme des etwas rustikalen Fussbremshebels. Dass hier irgendetwas kaputtgehen könnte, erscheint ausgeschlossen. 

 

Überraschend zugänglich

Wer nun denkt, dass die Himalayan sich dafür fährt wie ein Traktor, irrt. Ihr Fahrverhalten ist im allerbesten Sinne einfach und unkompliziert, zu 100% einsteigerfreundlich. Sie zieht stabil und intuitiv durch Kurven jeglichen Radius und überrascht den Lenker niemals mit kapriziösem Lenkverhalten.

Vollkommen unaufgeregt präsentiert sich auch die Sitzposition, welche behaglich und entspannt ausfällt. Der Knüller aber ist die Sitzhöhe: Trotz 20 cm Federweg vorne wie hinten und genügend Bodenfreiheit für Offroadpassagen erreiche ich mit beiden Fersen den Boden, und das mit dem Rallyheck! Mit dem Originalsattel kann die Sitzhöhe auf 825 mm, mit tiefem Sattel in der tiefsten Position bis auf 805 mm reduziert werden – ein Segen für kurzbeinige und weniger hoch gewachsene. Gerade in einer Klasse, in welcher uns die meisten Hersteller Hochsitze in allen Facetten feilbieten, ist die Himalayan eine Art hochbeiniger Lowrider.

Natürlich stellt sich an dieser Stelle die berechtigte Frage, ob das Offroad überhaupt funktionieren kann? Zur Erörterung dieses Umstands erkundeten Reto und ich mit ihr die Westalpen (Link). Zwei Erkenntnisse überwiegen dabei: Auf den bekannten Offroad-Abschnitten des TET (Trans Euro Trail) stiess die Enfield nie an ihre Grenzen. Selbst am Col du Sommelier, wo im letzten Abschnitt eine steile, grobe Schotterpiste wartet, war sie in ihrem Element – und keineswegs allein unterwegs. Offenbar hat sich in der Offroad-Szene herumgesprochen, dass diese Royal Enfield auch abseits befestigter Strassen überzeugt. Mit Könnern im Sattel, wie den Jungs von Auer Power, zeigt der Töff sogar Qualitäten, die man ihm auf den ersten Blick kaum zutrauen würde.

Moderner Single mit Charakter

Im Stahlrahmen mit zwei Holmen sitzt ein optisch klassisch anmutender 450 cm3-Einzylinder. Hier darf man sich vom Aussehen nicht blenden lassen: das ist ein moderner Motor, jedoch mit beinahe quadratischem Bohrungs-/Hubverhältnis. Entsprechend produziert er schon bei tiefen Drehzahlen ein verhältnismässig hohes Drehmoment, was ein weiterer Vorteil für die Geländetauglichkeit darstellt. 

Trotzdem legt er eine beachtliche Drehfreude an den Tag, die ich so nicht erwartet hätte. Auch Autobahn kann er, steckt über eine Stunde bei 130 km/h ohne den geringsten Muckser und mit Reserven weg! Das relativ hohe Drehzahlniveau dort ist der spassigen und durchzugsfördernden kurzen Übersetzung geschuldet. Allerdings sind spätestens dann die unter dem Tank hervordröhnenden Ansauggeräusche unmöglich zu überhören. Dafür hängt der Einzapfen willig am Gas und spricht gut an.

Viel Licht und ein winziger Schatten

Ist also alles eitel Sonnenschein an der Himalayan? Nun ja, fast alles, tatsächlich. Wenn ich das obligate Haar in der Suppe suche, finde ich es teilweise in der Vorderbremse. Diese ist zwar in der Wirkung gut, erfordert aber auf Asphalt bei sportlicher Fahrweise hohe Handkräfte, worunter die Dosierbarkeit etwas leidet. Ganz anders die hintere Bremse – im Gelände entscheidend: Sie überzeugt mit exzellenter Wirkung und feiner Dosierbarkeit.

Eigenständig im Auftritt

Abschliessend noch ein Wort zum Design: Mir gefällt das minimalistische und eigenständige Design sehr, da es sich einerseits deutlich von den Mitbewerbern unterscheidet und eine klassische und funktional nachvollziehbare Sprache spricht. Auch die clever positionierten Sturzbügel mit Markenlogo und Ösen zur einfachen Befestigung von Softgepäck gibt es so an keiner anderen Maschine.

Lukas Fazit:

Ich gebe es zu: Die Royal Enfield Himalayan Auer Power Limited Edition ist mir sympathisch. Ihre Aura vermittelt Robustheit und Zuverlässigkeit – ein Ersteindruck, der sich während unserer ausgedehnten Tour über Asphalt und Schotter bestätigt hat. Doch auch jenseits aller Emotionen bleibt die nüchterne Erkenntnis: Diese Maschine ist ein heisser Tipp für Puristen – und zugleich eine hervorragende Wahl für Offroad-Neulinge. Die Royal Enfield  Himalayan ist eine an Einfachheit in der Handhabung kaum zu übertreffende Maschine.

 

Auer Power – einzigartige Bikes aus Obwalden

Die Spezialisten in Giswil sind unsere bevorzugten Ansprechpartner wenn es um Bikes von Royal Enfield insbesondere um hochwertige Umbauten geht. Das Team aus erfahrenen Fachleuten verbindet technisches Know-how mit Kreativität und erschafft mit seinen Custombikes wahre Kunstwerke auf zwei Rädern. Auch unsere Royal Enfield Classic 500, seit Jahren ein fester Bestandteil des moto-lifestyle.ch-Fuhrparks, wurde in der Auer Power Werkstatt veredelt.

Im neu eröffneten Standort in Giswil können Besucher die aktuellen Modelle von Royal Enfield und Kawasaki besichtigen und auf Probefahrten hautnah erleben.

Auer Power GmbH
Industriestrasse 6
6074 Giswil OW

+41 41 660 70 33
moto@auerpower.ch