parallax background

Triumph Bonneville – ein Motorrad fürs Leben

Braunes Leder für den klassischen Biker-Look
5. August 2026
Teilnahme am TCS-Moto-Enduro-Kurs am 4. Tag der Töff-Karriere
11. August 2026
Braunes Leder für den klassischen Biker-Look
5. August 2026
Teilnahme am TCS-Moto-Enduro-Kurs am 4. Tag der Töff-Karriere
11. August 2026

Eine Legende auf zwei Rädern

Der erste Prototyp der Triumph Bonneville wurde 1958 an der Earls Court Motorshow in London vorgestellt. Seit 1959 wird das ikonische Modell von Triumph in Serie gebaut und begeistert bis heute Motorradfans auf der ganzen Welt. Das charakteristische Design wurde im Laufe der Jahrzehnte zwar stetig weiterentwickelt, seinem Ursprung ist die Bonneville jedoch stets treu geblieben. Auch die aktuelle Triumph Bonneville T120 ist auf den ersten Blick als «Bonnie» erkennbar.

In den vergangenen Jahren haben wir regelmässig das British Bike Meeting in Vezio im Tessin besucht. Leider fand das wunderschöne Motorradtreffen 2024 zum letzten Mal statt – ein grosser Verlust für die Schweizer Motorradszene. Bei den Treffen begegneten uns immer wieder Motorradfahrer, die 60, 70 oder teilweise sogar noch mehr Jahre alt waren und ihre Triumph Bonneville seit ihrer Jugend fuhren. Wohlgemerkt: immer noch dasselbe Motorrad.

 

Die Triumph Bonneville scheint also tatsächlich ein Motorrad fürs Leben zu sein. Doch gilt das auch heute noch?

Natürlich können wir nicht in die Zukunft blicken und mit Sicherheit beurteilen, wie langlebig die jüngeren und aktuellen Modelle sein werden. In unserer Redaktion gibt es allerdings gleich zwei Bonneville-Fahrer: Marcel ist seit zehn Jahren mit seiner Bonneville Bobber unterwegs, während Manuelas Bonneville T214 bereits zwölf Jahre auf dem Buckel hat. Bei beiden deutet derzeit nichts darauf hin, dass sie sich in absehbarer Zeit von ihren geliebten Motorrädern trennen möchten.

Triumph Bonneville T120 im Test

Bereits der erste Eindruck der aktuellen Triumph Bonneville T120 ist ausgesprochen hochwertig – und das ist zweifellos eine gute Voraussetzung für eine lange Lebensdauer. Nahezu jedes Bauteil wirkt massiv, hochwertig und sauber verarbeitet. Besonders gelungen sind die wunderschönen analogen Rundinstrumente, die hervorragend zum klassischen Erscheinungsbild der britischen Ikone passen. Schade, dass Triumph diese hochwertigen Instrumente nicht mehr bei allen Modellen der Modern-Classic-Baureihe einsetzt.

Die aktuelle Bonneville wird übrigens nur noch als T120 produziert. Zur Wahl stehen die Farben Cranberry Red, Stone Grey und Aegean Blue. Die blaue Variante, mit der auch unsere Testmaschine unterwegs ist, harmoniert unserer Meinung nach besonders gut mit dem gelungenen Classic-Look der Bonneville.

 

Gestandener Motor

Herzstück der Bonneville T120 ist der flüssigkeitsgekühlte Paralleltwin mit 1200 Kubikzentimetern Hubraum und 270 Grad Hubzapfenversatz. Der Zweizylinder leistet 59 kW (80 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 105 Nm bereit. Damit hat er keinerlei Mühe, die 233 Kilogramm schwere, fahrfertige Bonneville zügig zu beschleunigen.

Seine eigentliche Stärke liegt allerdings nicht in der Spitzenleistung, sondern in seiner beeindruckenden Laufkultur. Bereits knapp über Standgas nimmt der Zweizylinder willig Gas an und zieht sauber und souverän durch, ohne mit unangenehmen Vibrationen zu nerven. Der kultivierte Antrieb lädt geradezu dazu ein, entspannt auf der Drehmomentwelle zu surfen und dabei das bassige, aber niemals aufdringlich laute Bollern des Zweizylinders zu geniessen.

Auf Wunsch ist die Triumph Bonneville auch mit einer auf 35 kW gedrosselten Version erhältlich. Wer also mit einem grossvolumigen, drehmomentstarken Motor in die Motorradkarriere starten möchte und gleichzeitig den klassischen Vintage-Look schätzt, findet in der Bonneville eine ausgesprochen charmante Begleiterin.

Slow ride, take it easy

Angesichts der potenten Motorisierung könnte man meinen, dass man es mit der Bonneville T120 durchaus richtig krachen lassen kann. Auch die kräftig zupackenden Bremsen würden dazu passen. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk und die eher eingeschränkte Schräglagenfreiheit sprechen jedoch eine andere Sprache. Wer einen schnellen Kurvenräuber im Retro-Kleid sucht, ist mit der Speed Twin 1200 eindeutig besser bedient.

Die Triumph Bonneville ist vielmehr ein Motorrad für Menschen, die nach einem langen Arbeitstag gerne noch eine Extrarunde drehen und dabei mit einem breiten Lächeln den Fahrtwind und die Sonne geniessen. Die bequeme, aufrechte Sitzposition und die breite, gut gepolsterte Sitzbank machen die T120 aber nicht nur für kurze Feierabendrunden interessant. Auch längere Touren lassen sich damit komfortabel bewältigen.

Wer also lieber geniesst statt hetzt und die Schönheit eines klassischen Motorrads zu schätzen weiss, findet in der Triumph Bonneville T120 eventuell sein Motorrad fürs Leben.

 

Manuelas Bonneville T214

Bei der Triumph Bonneville T214 handelt es sich um ein limitiertes Sondermodell auf Basis der T100. Die Modellbezeichnung T214 geht auf den Weltrekord zurück, den Johnny Allen im September 1956 auf dem Bonneville-Salzsee in Utah mit einem Topspeed von 214,5 mph (345,2 km/h) aufstellte. Zum Einsatz kam damals ein Triumph-T120-Motor in einer stromlinienförmig verkleideten Maschine. Diese Rekordfahrt gilt als Ursprung des Modellnamens Bonneville.

Manuelas Bonneville trägt die Seriennummer 747, die gleichzeitig zum Thema unseres Umbauprojekts wurde. Damit wir den ursprünglichen Zustand des Sondermodells jederzeit wiederherstellen können, haben wir sämtliche Originalteile in der ursprünglichen Lackierung eingelagert.

Mit 59 kW (68 PS) und einem maximalen Drehmoment von 68 Nm ist der Motor der T214 beziehungsweise T100 zwar deutlich weniger leistungsstark als der aktuelle 1200er der T120. Bei der Laufkultur muss sich der kleinere Paralleltwin jedoch keineswegs verstecken. Auch er überzeugt mit seinem kultivierten Lauf und einer angenehmen, gleichmässigen Leistungsentfaltung.

Beim Fahrwerk zeigen sich hingegen die Unterschiede zu den aktuellen Modellen deutlicher. Die serienmässigen Federbeine konnten in Sachen Komfort und Fahrverhalten nicht mehr ganz mit modernen Fahrwerkskomponenten mithalten. Deshalb haben wir sie im Rahmen unseres Umbaus durch hochwertigere Federbeine von Wilbers ersetzt. Weitere Informationen zum Umbau von Manuelas T214 findet ihr unter diesem Link.

Trotz des kleineren Motors mit 865 Kubikzentimetern Hubraum sorgt die Bonneville T214 auch heute noch für jede Menge Fahrspass und wird bei uns regelmässig bewegt. Die T100 beziehungsweise das Sondermodell T214 können wir deshalb auch heute noch mit gutem Gewissen empfehlen.

Wer mit der geringeren Motorleistung leben kann und nicht zwingend das neueste Modell in der Garage stehen haben muss, findet auf dem Occasionsmarkt interessante Angebote. Gebrauchte Bonneville-Modelle sind teilweise bereits ab rund 5000 Franken erhältlich und weisen nicht selten erstaunlich geringe Laufleistungen auf. Ein Blick auf den Gebrauchtmarkt kann sich deshalb durchaus lohnen.

Lukas’ Fazit:

Für mich ist die Triumph Bonneville T120 ein Genuss-Bike – und das gleich auf mehreren Ebenen. Am Anfang steht der optische Genuss: Die schönen, klassischen Linien suchen ihresgleichen. Auch die aufgeräumte, reduzierte Gestaltung und die hochwertige Verarbeitung tragen dazu bei. Beim Aufsitzen folgt der ergonomische Genuss. Die bequeme Sitzposition und die gut gepolsterte Sitzbank sorgen dafür, dass man sich sofort wohlfühlt. Es ist eine unverfälschte klassische Sitzposition, wie sie schon unsere Grossväter kannten.

Beim Starten kommt der akustische Genuss dazu. Der Zweizylinder bollert tief und satt, bleibt dabei aber angenehm zurückhaltend und damit absolut alltagstauglich. Und schliesslich ist da der eigentliche Fahrgenuss: Die Bonneville lädt nicht zum Rasen ein, sondern dazu, die Fahrt bewusst zu geniessen. Fahrwerk und Schräglagenfreiheit sind für eine flüssige Fahrweise ausgelegt. Wer es hektisch angehen lässt, wird entsprechend schnell daran erinnert, dass die Bonnie für etwas anderes gebaut wurde. Für mich gehört genau das zu ihrem Charakter: Sie entschleunigt und macht Motorradfahren wieder zu dem, was es sein sollte – ein Genuss.

Manuelas Fazit:

Meine Bonneville T214 war mein erstes Motorrad und begleitet mich seit Beginn meiner Motorradkarriere vor gut zehn Jahren. Da wir daneben noch weitere Motorräder im Fuhrpark haben und ich regelmässig mit Testbikes unterwegs bin, hält sich die jährliche Kilometerleistung meiner Bonnie zwar in Grenzen. Trotzdem – oder gerade deshalb – zaubert sie mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich sie aus der Garage hole.

Da der Umbau individuell auf das Modell und natürlich auch auf meinen persönlichen Geschmack abgestimmt wurde, verbindet mich mit diesem Motorrad eine ganz besondere Beziehung. Ich kann mir deshalb nur schwer vorstellen, mich jemals davon zu trennen. Für mich ist die Triumph Bonneville T214 damit tatsächlich ein Motorrad fürs Leben. Dank ihrer guten Zugänglichkeit und der gutmütigen Fahreigenschaften kann ich mir zudem sehr gut vorstellen, sie auch noch zu fahren, wenn ich einmal älter bin.