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Back to basics – die neue Triumph Tracker 400 im Test

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Eine Weltneuheit bringt pures Motorradfahren zurück

Ende März hat Triumph Motorcycles an die Costa del Sol zum globalen Presse-Event eingeladen. Die Mission, eine Weltneuheit zu erleben. Mit der neuen Tracker 400 bringt Triumph nicht nur ein weiteres Modell auf den Markt, sondern belebt eine ganze Stilrichtung neu. Ergänzt wird der Test durch die weiterentwickelte Triumph Scrambler 400 XC, die als vielseitige Schwester ebenfalls bereitsteht. Schon beim ersten technischen Briefing wird klar, dass hinter diesen Bikes mehr steckt als nur ein weiterer Modellzyklus. Triumph Chef-Ingenieur Stuart Wood spricht mit sichtbarer Begeisterung über Geometrie, Gewichtsverteilung, «das komplette Paket» und die bewusste Reduktion auf das Wesentliche. Es geht nicht um maximale Leistung, es geht um das Gefühl beim Fahren – und genau dieses Gefühl wird am nächsten Morgen auf den Strassen rund um Marbella zur Realität.

 

Erste Eindrücke – Leicht und direkt

Die ersten Kilometer verlaufen bei kühlen Temperaturen, doch die Triumph Tracker 400 braucht nicht lange, um auf Temperaturen zu kommen. Aufsteigen, losrollen und sofort stellt sich dieses intuitive Vertrauen ein. Die Sitzposition ist leicht nach vorne orientiert, sportlich. Die Maschine wirkt kompakt, schmal gebaut und erstaunlich niedrig, was gerade auch Fahrern mit durchschnittlicher Körpergrösse ein sicheres Gefühl vermittelt. Was sofort auffällt, ist das geringe Gewicht in Kombination mit der ausgewogenen Balance. Die Tracker 400 lässt sich mühelos dirigieren, reagiert direkt auf jede Bewegung und vermittelt ein fast spielerisches Fahrgefühl. Es ist eines dieser Motorräder, bei denen man nach wenigen Minuten vergisst, dass man es vorher noch nie gefahren ist.

 

 

Technik und Konzept – ein moderner Einzylinder mit Charakter

Im Herzen der durchgestylten Britin arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor mit 398 Kubik Hubraum. Mit 42 PS (31kW) und einem kräftigen Drehmoment (Max. 37.5 Nm bei 7.500 U/min) liefert Sie genau im unteren und mittleren Drehzahlbereich, das was man im Dorf, in der Stadt oder auf der Landstrasse braucht. Die Leistungsentfaltung ist in den unteren Drehzahlen linear gehalten, ab ca. 7.000 U/min kickt sie dann aber richtig rein und dieser Druck ist deutlich spür-, jedoch stets gut kontrollierbar. Ideal um sich voll auf die Linie und den Flow zu konzentrieren.

Triumph setzt dabei auf eine moderne Motorarchitektur mit elektronischer Einspritzung, Ride-by-Wire und einer fein abgestimmten Traktionskontrolle. Unterstützt wird das Ganze von einem sauber regelnden ABS-System. Gleichzeitig verzichtet man auf Features wie einen Quickshifter, um das Fahrerlebnis so direkt und unverfälscht wie möglich zu halten. Das Fahrwerk ist straff ausgelegt und wirkt hochwertig. Vorne arbeitet eine Upside-Down-Gabel, hinten ein direkt klassisches Federbein, abgestimmt auf Agilität und Rückmeldung. In Kombination mit den 17-Zoll-Aluminiumgussfelgen und den serienmässigen Pirelli MT60 RS Gummis, entsteht ein Setup, das sich klar auf präzises Strassenfahren fokussiert. Der markante Einzylinder-Sound wird durch das doppelwandige Edelstahl-Auspuffkrümmer-System mit Edelstahlschalldämpfer betont.

Die Bremsanlage greift sauber zu, ist gut dosierbar und passt perfekt zum Gesamtcharakter des Bikes. Die Tracker 400 verfügt über keine verstellbaren Fahrmodis und auch der Tacho ist minimalistisch gehalten – eine analoge Geschwindigkeitsanzeige und ein kleines digitales Display für die relevantesten Fahrdaten. Optisch lehnt sich die Tracker stark an die Flat-Track-Szene an. Kurze Linien, klare Formen, reduzierte Verkleidung. Ein moderner Klassiker, der die Vergangenheit zitiert, ohne alt zu wirken. Die Tracker 400 ist in den Farben Phantom Black, Racing Yellow und Aluminium Silver erhältlich. Für meinen persönlichen Geschmack, definitiv die Phantom Black!

Fahrgefühl – genau darum geht’s

Sobald die Strassen kurviger werden und sich die Route in die Hügel hinter Marbella windet, spielt die Tracker 400 ihre Stärken aus. Es geht hier nicht um Höchstgeschwindigkeit oder brachiale Beschleunigung, sondern um Rhythmus: Kurve an Kurve, saubere Linien, konstantes Tempo.

Die Maschine wirkt dabei erstaunlich leichtfüssig, fast verspielt. Schnell wird klar: Die Leistung ist nicht nur ausreichend, sondern exakt richtig dosiert. Gefahren wird mit Schwung und präzisen, gefühlvollen Schaltvorgängen – genau darin liegt ihr Reiz. Es ist dieser aktive Fahrstil, den viele moderne Motorräder mit ihrer Überperformance längst nicht mehr einfordern.

Und obwohl die Tracker 400 mit diesem Ansatz durchaus Potenzial zur Polarisierung mitbringt, herrscht bereits beim ersten Kaffee-Zwischenstopp Einigkeit unter den anwesenden Journalisten: Mehr Motorrad braucht man eigentlich nicht.

 

Zur Scrambler 400 XC – die komfortable Alternative

Im direkten Vergleich zeigt sich die Triumph Scrambler 400 XC als deutlich komfortorientierter. Die Sitzposition ist aufrechter, man sitzt 3cm höher, der Lenker ist um knapp 5cm leicht breiter und die gesamte Ergonomie ist entspannter ausgelegt. Technisch teilen sich beide Modelle die gleiche Basis. Die Scrambler XC leistet 40 PS (29 kW) mit einem maximalen Drehmoment von 37,5 Nm bei 6.500 U/min. Der grundlegende Unterschied liegt im Setup. Die Scrambler rollt vorne auf einem 19-Zoll-Rad und hinten auf 17 Zoll, bestückt mit Michelin Anakee Wild Serienbereifung, was ihr zusätzlich Offroad-Kompetenz verleiht. Klassische Speichenräder unterstreichen diesen Anspruch auch optisch. Das Fahrverhalten wirkt insgesamt ruhiger, etwas gelassener. Auf Schotter oder rauen Strassen fühlt sie sich bestimmt noch wohler als die strassenfokussierte Tracker. Die Scrambler ist in den Farben Storm Grey, Racing Yellow und Vanilla White verfügbar.

Preis und Verfügbarkeit

Mit einem Einstiegspreis von CHF 6’645.– für die Tracker und CHF 7’545.– für die Scrambler XC bleibt Triumph auch in diesem Segment äusserst attraktiv positioniert. Beide Modelle sind ab sofort über das Triumph Händlernetz in der Schweiz erhältlich und stehen für Probefahrten bereit.

 
 

Dominiques Fazit: Weniger Leistung, mehr Erlebnis

Die Triumph Tracker 400 ist ein Motorrad, das nicht über Zahlen definiert wird, sondern über Emotionen. Sie ist leicht, direkt, ehrlich und genau deshalb so unterhaltsam. Sie bringt das Gefühl zurück, Motorrad aktiv zu fahren und nicht einfach nur Leistung zu verwalten. Die Triumph Scrambler 400 XC wiederum ergänzt dieses Konzept perfekt für alle, die etwas mehr Komfort und Vielseitigkeit suchen, ohne auf den Charakter des Einzylinders zu verzichten. Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis, manchmal kann weniger tatsächlich mehr sein. Selten hat sich das so gut angefühlt wie auf diesen Strassen an der Costa del Sol. 

Eine Übersicht sowie weitere Informationen über die 400er Modellpalette, die neben den hier vorgestellten Bikes noch die Speed 400 sowie die Scrambler 400 X enthält, findet ihr auf triumphmotorcycles.ch.