
Pressetest Triumph Trident 800: Die Katze ist aus dem Sack
4. März 2026Sonne, Kurven und britische Präzision
Wenn ein Hersteller zum weltweiten Pressetest einlädt, ist das immer ein Grund zur Freude. Insbesondere wenn man von Triumph an die spanische Mittelmeerküste nach Benidorm an die Costa Blanca nach Spanien eingeladen wird. Bei perfekten frühlingshaften Bedingungen durften wir dort erste Fahreindrücke mit der neuen Triumph Trident 660 sammeln. Ein Motorrad, das im Line-up als Einstieg positioniert ist, in der Realität aber deutlich mehr kann, als diese Bezeichnung vermuten lässt. Nach der kürzlich präsentierten Trident 800, die wir ebenfalls am Presselaunch testen durften, positioniert sie sich als kleinere Schwester, mit spürbarem Technik-Upgrade und klar geschärftem Charakter.
Erste Eindrücke – sofort zuhause
Ich persönlich bin die Trident, unabhängig der Ausführungen und Modelljahr bis zu diesem Test noch nie gefahren. Umso bemerkenswerter ist der Ersteindruck: aufsitzen, losfahren, wohlfühlen. Die Sitzposition ist natürlich, kompakt und sehr motorradnah. Besonders der schmale konstruierte Rahmenaufbau sorgt dafür, dass sich die Beine perfekt ans Motorrad anschmiegen. Das vermittelt sofort Kontrolle und Sicherheit. Die Ergonomie ist ausgewogen, weder sportlich extrem noch komfortorientiert aufrecht weichgespült. Genau richtig für den Alltag, aber mit klarer sportlicher DNA. Schon nach den ersten Kurven wird klar, die Trident will gefahren werden. Sie lenkt leicht ein, wirkt agil und präzise, ein echtes «Easy to ride» Motorrad mit klar definiertem, sportlichem Charakter.
Optisch bleibt die Trident ihrer Linie treu, muskulös, kompakt, britisch. Erhältlich ist sie in den Farben Cosmic Yellow, Stone Grey und Snowdonia White. Alle unterstreichen den modernen, aber zeitlosen Look.
Technik und Motor – spürbares Upgrade
Herzstück der neuen Trident 660 ist der umfassend überarbeitete Dreizylindermotor. Dieses Upgrade beschränkt sich nicht auf ein geschöntes Datenblatt, sondern basiert auf einer Vielzahl technischer Massnahmen. Der spürbar erstarkte Triple leistet nun 14 PS mehr als sein Vorgänger und erreicht damit eine Spitzenleistung von 95 PS. Auch das Drehmoment wurde gesteigert: Es wächst um 4 Nm auf nun 68 Nm. Optional ist die Trident 660 zudem in einer gedrosselten 35-kW-Version erhältlich.
Eine neue Dreifach-Drosselklappenanlage, eine vergrösserte Airbox, ein neu konstruierter Zylinderkopf sowie eine umfassend überarbeitete Motorabstimmung lassen den Dreizylinder freier atmen, spontaner hochdrehen und im oberen Drehzahlbereich spürbar zulegen. Ergänzt wird das Paket durch eine modifizierte Abgasanlage, die genau jenen Klang liefert, den man von einem britischen Dreizylinder erwartet: kernig und präsent, aber nie aufdringlich.
Das überarbeitete Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter überzeugt mit präzisen, leichtgängigen Schaltvorgängen. Unterstützt wird es von einer neuen Anti-Hopping-Kupplung mit Assist-Funktion, die insbesondere beim sportlichen Herunterschalten für Stabilität im Fahrwerk sorgt.
Drei Fahrmodi – Sport, Strasse und Regen – stehen zur Wahl. Je nach Einstellung verändern sich Gasannahme und Traktionskontrolle spürbar. Verzögert wird vorne über Nissin-Bremsen mit 310-Millimeter-Doppelscheiben und Zweikolben-Schwimmsätteln, die sich fein dosieren lassen und auf kurvigen Strecken genau die Rückmeldung liefern, die man sich wünscht. Serienmässig rollt die Trident auf Michelin Pilot Sport 5-Reifen – eine Bereifung, die hervorragend zum sportlich-agilen Charakter des Motorrads passt und insbesondere bei ambitionierter Gangart mit präzisem Einlenkverhalten und viel Grip überzeugt.
Fahrwerk und Fahrgefühl – Präzision statt Kompromisse
Die Premium-Federung von SHOWA passt ebenfalls perfekt zum Charakter der Trident. Die Strassen rundum Benidorm und im Alicante-Hinterland waren 1A, dennoch und wie in Spanien üblich in einzelnen Streckenabschnitten zum Teil Flickenteppichartig, holperig und uneben. Dennoch liefert das Fahrwerk viel Feedback, hält das Bike auch bei flotter Gangart stabil und filtert schlechte Strassen souverän weg. Das Fahrwerk vermittelt Vertrauen, ohne steril zu wirken, genau dass, was man sich von einem agilen Roadster wünscht. Triumph selbst nennt das Konzept „Agile Roadster Ride“ und das trifft es auf den Punkt.
ABS-Test… unfreiwillig, aber erfolgreich
Natürlich habe ich das ABS getestet – ganz bewusst, versteht sich. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz erwischte ich unerwartet eine Ladung Kieselsteine. Vollbremsung, Puls bei 200, mit der vollbesetzten Triumph-Delegation im Augenwinkel - doch das ABS regelt perfekt. Das Motorrad bleibt stabil, der Fahrer würdevoll aufrecht und das nahegelegene Begleitfahrzeug, ein brandneuer BMW X3, unbeschädigt - Peinlichkeit vermieden. Beim Absteigen konnte ich sichtlich erleichtert und schmunzelnd anmerken: «Yes guys, ABS-test completed and as expected, works perfectly fine».
Kosten und Unterhalt – klassenführend
Ein echtes Highlight ist der Schweizer Marktpreis von Fr. 9’195.-. Dazu kommen tiefe Unterhaltskosten, ein Serviceintervall von 16’000 km sowie 2 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Das ist nicht nur fair, das ist ein Statement.
Dominiques Fazit: Mehr als ein «Einsteiger-Motorrad»
Triumph klassifiziert die Trident 660 als Einsteiger-Motorrad – und tatsächlich eignet sie sich hervorragend für Fahranfänger. Doch sie darauf zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht. Die Trident 660 ist ein kompaktes, stylisches und extrem fahraktives Motorrad, das auch erfahrenen Bikerinnen und Bikern viel Freude bereitet. Die zusätzlichen 14 Pferdestärken und die plus 1’000 U/min im Hochdrehzahlbereich schenken ihr genau jene Performance, die man auf der Landstrasse gerne und sinvoll nutzt. Sie ist zugänglich, sicher, sportlich und vor allem - sie macht Spass.
Wer einen modernen Naked-Bike-Roadster sucht, der Charakter zeigt, technisch überzeugt und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, sollte die neue Triumph Trident 660 unbedingt selbst erleben. Aber Vorsicht: Eine Probefahrt kann schnell zur spontanen Kaufentscheidung führen.
Besonders gefällig wirkt meiner Meinung nach die Stone Grey Farbvariante. Sie ist zeitlos und verleiht dem Bike ein aggressives Auftreten – genau passend zum sportlichen Charakter des britischen Roadsters.
Die neue Triumph Trident 660 steht ab sofort bei den Schweizer Händlern für Probefahrten bereit. Den nächsten Triumph Händler in deiner Region sowie weitere Infos zur neuen Triumph Trident 660 findest du online auf triumphmotorcycles.ch.






















