parallax background

Maximaler 35 kW Fahrspass – Yamaha MT-07 oder MT-09?

Yamaha XSR700 «Coyote» by hostettler moto ag Sursee
18. Januar 2023
Neues Jahr, neue Bikes – aktuelle Modelle von Yamaha
25. Januar 2023

moto-lifestyle.ch Kaufberatung

Unter normalen Umständen steht die Frage, welches von den beiden Yamaha Mittelklasse Nakedbikes das bessere ist, nicht zur Debatte. Die MT-09 hat mehr Hubraum, mehr Leistung, und ist besser ausgestattet. Somit eigentlich ein klarer Fall.

Aber wie sieht die Sache aus, wenn man der MT-09 die Extramuskeln nimmt? Natürlich ist sie dann immer noch das Bike mit den hochwertigeren Komponenten – aber sind diese die rund 3000 Franken Aufpreis wert? Wir wollten das genau wissen und haben deshalb die beiden gedrosselten Schwestern ausführlich getestet.
 

MT-07 - überraschend kräftiger CP2 Motor

Der Zweizylinder von Yamaha überzeugt auch in der 35 kW Version. Im unteren Drehzahlbereich fällt beim CP2 Motor die Leistungsreduktion kaum ins Gewicht. Die MT-07 schiebt kräftig an und überzeugt schon auf den ersten Metern mit gewohntem Fahrspass. Erst im oberen Drittel des Drehzahlbands fällt auf, dass dem Reihenzweizylinder mit 690 cm³ Hubraum die Federn gestutzt wurden.

Die MT-07 unterscheidet sich gedrosselt überraschend wenig von der offenen Variante. Ein hervorragendes Bike für die Landstrasse - egal ob mit 35 oder 54 kW Spitzenleistung. Deshalb wollen wir an dieser Stelle gar nicht weiter auf unsere Fahreindrücke eingehen. Diese könnt ihr im Artikel „Yamaha MT-07 – sportliche Landstrassengleiterin“ nachlesen.
 

MT-09 - deutlich bessere Ausstattung

Die 35 kW Variante der MT-09 leistet offen 70 kW (94 PS). Die komplett offene, sprich A-Variante, glänzt sogar mit einer Spitzenleistung von 87,5 kW (119 PS). Selbstverständlich fühlt sich der CP3 um einiges stärker beschnitten an, als dies beim CP2 Triebwerk der MT-07 der Fall ist. Für Neueinstiger ist dies jedoch irrelevant, da in diesem Fall der Vergleich zur ungedrosselten Ausführung fehlt.

Was jedoch ins Gewicht fällt, ist die deutlich bessere Ausstattung der MT-09. Die Upside-Down Gabel, sprich das generell sportlichere und sensibler ansprechende, einstellbare Fahrwerk sowie die kräftiger zupackenden Bremsen sind auf jeden Fall ein Argument für die grössere der beiden Schwestern - vor allem, wenn man die Sache vorausplanend auf die offene Variante mit 94 PS betrachtet.

Zudem verfügt die MT-09 über leichte SpinForged Felgen, den Quickshifter der kupplungslose Schaltvorgänge ermöglicht und moderne elektronische Fahrhilfen aus der Yamaha R1. Abgerundet wird die hochwertige Ausstattung mit der Abgasanlage die in Zusammenarbeit mit Ingenieuren aus dem Yamaha Instrumenten-Bereich entwickelt wurde. Die MT-09 fährt und bremst also nicht nur besser als die MT-07 - sie klingt auch entsprechend gut.

Natürlich gibt es von uns auch zur MT-09 einen aktuellen Fahrbericht: „Yamaha MT-09 – kurvenverliebte Exzentrikerin

 

Unsere Empfehlung

Das klingt eigentlich nach einem klaren Start-Ziel-Sieg für die Yamaha MT-09 - ist es jedoch nicht. Es gibt einige Punkte, abgesehen vom tieferen Anschaffungspreis, die für die MT-07 sprechen. Einerseits fühlt sich der CP2-Motor in der 35 kW Ausführung einfach harmonischer und natürlicher an. Andererseits sind Fahrwerk und auch die Bremsen für ihre Leistungsklasse, egal ob gedrosselt oder offen, absolut ausreichend. Und unter 80 PS Spitzenleistung kommt man auch ohne elektronische Fahrhilfen und -modi gut zurecht.

Ein weiterer Punkt ist, dass die A2 Variante der MT-09 nach Erwerb des Kategorie A Führerscheins nicht auf die 119 PS Spitzenleistung geöffnet werden kann, da die zuständigen „Experten“ der EU-Kommission beschlossen haben, dass ein A2 Bike ungedrosselt maximal 70 kW, sprich 94 PS haben darf - warum auch immer. Die MT-09 ist und bleibt also in der A2 Ausführung ein Kompromiss.

Wer sich ein Motorrad kaufen möchte, das über längere Zeit, also über die zwei obligatorischen A2-Jahre, in der Garage bleiben soll, ist mit der MT-09 sicher gut beraten. Dank ihrer hervorragenden Ausstattung ist sie den Aufpreis auf jeden Fall Wert. Die gut 17 kW Einbusse der Spitzenleistung werden sich kaum merkbar auf das Fahrerlebnis auswirken. Es ist jedoch gut möglich, dass die reduzierte Leistung den Wiederverkaufswert negativ beeinflusst. Ob das wirklich so ist, werden wir jedoch erst in ein bis zwei Jahren wissen.
 
 
Unsere Empfehlung für den kompromisslosen Einstieg in die Motorradwelt ist trotzdem die MT-07. Das Motorrad eignet sich hervorragend als Einsteigerbike und hat in der 35 kW Version gegenüber der grösseren Schwester kaum relevante Nachteile.

Ausserdem ist die Nachfrage nach gebrauchten Nakedbikes in der Mittelklasse sehr hoch. Das heisst, sie kann nach zwei Jahren problemlos und mit überschaubarem Wertverlust verkauft oder eingetauscht werden. Somit bleiben Neueinsteigern mit der MT-07 alle Möglichkeiten offen. Man kann sie offen weiterfahren und Spass haben, auf eine MT-09 mit den vollen 119 PS umsatteln oder sogar noch ein paar Kohlen mehr ins Feuer legen und sich die MT-10 gönnen.

Schlussendlich muss jeder / jede für sich selber entscheiden, welches der Bikes das richtige ist. Viel falsch machen kann man in diesem Fall nicht. Bei beiden Modellen handelt es sich um sehr gute Motorräder, die zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten werden.
 
yamaha_logo
iXS_Logo_black