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Yamaha Ténéré 700: Wie geeignet ist sie für Einsteiger?

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Freiheit und Abenteuer aus Sicht eines Newbies

Viele behaupten, die Ténéré 700 sei die Referenz für Reisende und Abenteurer. Stimmt das, und wie fühlt es sich an, eine solche Maschine als Einsteiger zu fahren? Voller Vorfreude mache ich mich auf den Weg, um meine Testmaschine abzuholen und eine Antwort auf diese und eine weitere Frage zu erhalten. Kann ein Motorrad den Wunsch wecken, einfach loszufahren, ohne zu wissen, wohin die Reise führt? Denn diese Frage stelle ich mir, als ich zum ersten Mal vor dem beeindruckenden japanischen Adventure-Bike stehe.

 

Der erste Eindruck: Abenteuer pur

Bevor ich aufsteige, nehme ich mir einige Minuten Zeit, um die Yamaha Ténéré 700 in Ruhe zu betrachten. Dieses Motorrad sieht einfach unglaublich aus. Die markante Scheinwerferfront, die grossen Räder und das hohe Windschild ergeben ein beeindruckendes Gesamtbild. Schon im Stand vermittelt die Ténéré den Eindruck, als wolle sie nicht länger warten und sofort ins Gelände aufbrechen. Ich hatte ja bereits bei meinem Enduro-Kurs beim TCS mit dieser Maschine geliebäugelt, bei dem nur Ténéré-Fahrer teilnahmen und ich mit der Yamaha WR125R. Umso mehr bin ich gespannt darauf, sie das allererste Mal selber zu fahren.

Besonders gut gefällt mir die Lackierung meiner Testmaschine: Ihre Farbe "Frozen Titanium" passt sehr gut zu ihrem Offroad-Charakter und lässt sie noch mehr wie ein Motorrad wirken, mit dem man unbekannte Orte entdecken möchte.

Auch das Cockpit passt hervorragend zu ihrem Auftritt. Die wichtigsten Informationen sind übersichtlich auf dem Display angeordnet und gut ablesbar. Es wirkt modern, schlicht und verbindet die rohe, mechanische Welt des Geländemotorrads mit moderner Technik. Das gefällt mir.

 

Und wie fährt sie sich auf der Strasse?

Bereits beim Starten sorgt die Ténéré für Gänsehaut. Noch bevor ich am Gasgriff drehe, höre ich diesen tiefen und kräftigen Klang. Im Vergleich zu anderen Motorrädern, die ich bisher fahren durfte, klingt die Ténéré deutlich mechanischer und ursprünglicher. Ich habe den Eindruck, auf einem echten Geländemotorrad zu sitzen, ganz ähnlich wie mit den kleinen Trials beim TCS-Enduro-Kurs, aber sehr viel höher und grösser.

Auf der Strasse gibt mir die Ténéré schon nach wenigen Metern ein beeindruckendes Fahrgefühl. Die Kraft des auf 35 kW gedrosselten Zweizylinders mit 689 cm³ Hubraum ist dank des hohen Drehmoments jederzeit deutlich spürbar, überfordert mich als jungen Fahrer aber nicht. Das Motorrad möchte sportlich bewegt werden, bleibt jedoch auch bei zügiger Fahrweise gut kontrollierbar. Je länger ich unterwegs bin, desto mehr Vertrauen vermittelt mir die Yamaha Ténéré 700.

 

Hoch sitzen, weit sehen

Ein besonders prägender Eindruck ist die stattliche Grösse der Ténéré. Man sitzt sehr hoch und kriegt dadurch eine gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen. Die aufrechte Sitzposition fühlt sich natürlich an und sorgt dafür, dass ich mich auch nach längerer Fahrzeit noch wohlfühle. Anfangs ist die Höhe zwar ungewohnt, aber sobald die Ténéré rollt, fühlt sie sich deutlich leichter und zugänglicher an, als es ihre Erscheinung vermuten lässt.

Dann fahre ich das erste Mal Autobahn, und dies gleich vom Genfersee zu einem Besuch bei Verwandten in der Nähe von Zürich. Über 500 km hin und zurück. Hier stellt sie ihre Reisequalitäten unter Beweis. Das Windschild hält einen grossen Teil des Fahrtwinds vom Oberkörper fern. Dadurch lassen sich längere Strecken entspannt zurücklegen während sich die Enduro bei Autobahntempo stabil und souverän anfühlt.

 
 

Ein Gefühl von Freiheit

Jedes Mal, wenn ich den Motor starte, kehrt meine ursprüngliche Frage zurück: Kann ich mit diesem Motorrad jederzeit einfach überallhin fahren? Die Ténéré vermittelt ein Gefühl von Freiheit und weckt in mir den Wunsch, ohne festes Ziel aufzubrechen, neue Wege zu entdecken und jedes Hindernis zu überwinden, das sich mir in den Weg stellt. Um herauszufinden, wie sie sich abseits befestigter Strassen anfühlt, fahre ich auf ein geeignetes Gelände in meiner Nähe, wo auch unser Fotoshooting stattfindet. Hier merke ich bereits nach den ersten Metern, weshalb die Ténéré so viele Offroad-Fans begeistert. Steine, Äste und Unebenheiten bringen sie kaum aus der Ruhe. Die Räder finden erstaunlich viel Halt und das Motorrad vermittelt selbst auf losem Untergrund viel Vertrauen.

Als Neueinsteiger kann ich nicht im Detail erklären, welche Eigenschaften dafür verantwortlich sind. Aus meiner Sicht fühlt es sich fast ein wenig magisch an, auch wenn es das natürlich nicht ist. Wer sich detaillierter über die Offroad-Qualitäten der Ténéré 700 informieren möchte, dem empfehle ich, den Fahrbericht von Lukas zu lesen. Er hat die aktuelle Modellgeneration auf seiner Spanientour auf Herz und Nieren getestet.

Überraschend handlich in den Kurven

Natürlich bin ich die Ténéré auch auf kurvigen Pass- und Landstrassen gefahren und habe dabei erwartet, dass ihre Höhe und ihre imposante Erscheinung einiges an Eingewöhnung verlangen würden. Doch bereits nach den ersten Kurven erlebe ich eine Überraschung: Sie fühlt sich sogar handlicher an als andere, teilweise kleinere Motorräder, die ich bisher gefahren bin. Sie lässt sich leicht um Kurven dirigieren und vermittelt in Schräglage viel Vertrauen. Durch die hohe Sitzposition wirkt die Strasse weiter entfernt, wodurch mir das Einlenken nach kurzer Eingewöhnung sogar leichter fällt. Statt mich einzuschüchtern, gibt mir die Ténéré das Gefühl, die Kurve gut überblicken und sauber durchfahren zu können.