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Yamaha WR125R im Test – Jans erste Motorraderfahrung

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Umstieg vom Scooter aufs Motorrad

Es freut mich, dass ich zwei Wochen lang die Yamaha WR125R testen darf. Gleichzeitig weiss ich noch nicht genau, was mich erwartet. Eine Enduro als erster Einstieg? Und damit nach vier Tagen bereits ins Gelände und kurz danach auf eine grosse Tour? Das klingt nach einem ziemlich schnellen und abenteuerlichen Start. Aber was soll's: just do it.

Zwei Jahre 125er-Erfahrung konnte ich schon sammeln, allerdings auf einem Roller. Jetzt kann ich mit der Yamaha WR125R zum ersten Mal einen «richtigen» Töff mit Schaltung fahren. Und nur vier Tage nach der Übergabe des Test-Bikes erwartet mich bereits ein intensives Programm: der TCS-Moto-Enduro1-Kurs und gleich anschliessend eine erste grosse Tour durch die Berner und Freiburger Alpen. Da bleibt mir also nicht sehr viel Zeit zum Eingewöhnen. Mal schauen, ob das klappt. Zugegeben: Etwas nervös bin ich angesichts dieses Intensivprogramms schon.

 

Zuerst zum Enduro-Kurs und dann gleich auf die ersten Pässe

Wie viel die Yamaha WR125R wirklich kann, finde ich schneller heraus als gedacht. Vier Tage nach der Übergabe nehme ich in Lignières am TCS-Kurs teil. Dieser wurde von Yamaha Schweiz organisiert. Die anderen Teilnehmer sind viel erfahrener und auch älter als ich und fahren mit der grösseren Yamaha Ténéré 700. Und ich mittendrin, als blutiger Anfänger auf meiner 125er – oh Gott!

Nach ersten Übungen auf Kies und Sand geht es zuerst über Bodenwellen, steile Auf- und Abfahrten und dann sogar durchs Wasser. Dabei lerne ich nicht nur die Grundlagen des Offroad-Fahrens, sondern beginne auch, die WR125R immer besser zu verstehen. Mit ihrem 21-Zoll-Vorderrad und dem 18-Zoll-Hinterrad rollt sie erstaunlich souverän über Unebenheiten. Die Federung steckt überraschend viel weg, wobei ich bis jetzt natürlich auch nur die kurzen Federwege meines Scooters gewohnt bin. Die WR125R vermittelt mir auch als Anfänger sehr schnell Vertrauen.

 

Doch zur WR125R gehört definitiv nicht nur das Gelände. Wenig später folgt meine erste richtige Motorradtour durch die Schweizer Voralpen mit meinem Vater. Von Spiez geht es durchs Simmental über den Jaunpass, durch das wenig bekannte Abläntschental und anschliessend über den Mittelbergpass ins Saanenland, über das Pays-d'Enhaut und die Region Gruyère zurück nach Jaun und erneut über den Jaunpass ins Simmental.

Für mich als Töff-Neuling ist das die perfekte Gelegenheit, die Yamaha auf kurvigen Pass- und  Landstrassen kennenzulernen. Vor der ersten Passfahrt mache ich mir noch Gedanken über Kurven, Gangwahl und den Verkehr. Doch schon auf dem Jaunpass merke ich, wie viel Spass die WR125R auf solchen Strassen macht, wenn man sich erst einmal an dieses Motorrad gewöhnt hat. Besonders auf den engen und slalomartigen Abschnitten lässt sie sich einfach fahren und selbst als Anfänger fühle ich mich schnell erstaunlich sicher. Auch die Fahrlinien einzuhalten, die mir mein Vater beigebracht hat, ist mit der Yamaha recht einfach.

Damit zeigt die WR125R während meiner beiden Testwochen zwei ziemlich unterschiedliche Seiten: Beim TCS-Enduro-Kurs mache ich mit ihr meine ersten «Schritte» im Gelände, auf der anschliessenden grossen Tour entdecke ich das Pässe- und Kurvenfahren. Den Bericht zum TCS-Enduro-Kurs sowie den ausführlichen Tourenbericht mit Route, Zwischenstopps und meinen Erfahrungen findet ihr in den folgenden Artikeln:

 

Mehr Dual-Sport als reine Enduro

Die getestete 2026er-Enduro von Yamaha ist die Fortführung der WR125R, die von 2009 bis 2016 produziert wurde. Schon damals war die WR125R eine Dual-Sport, sprich ein Motorrad, das sowohl für die Strasse als auch fürs Gelände gebaut ist. Ab 2017 gab es die WR125R nicht mehr, aber jetzt ist sie mit vielen Neuerungen wieder auf dem Markt.

Der flüssigkeitsgekühlte 125-cm³-Einzylinder mit Einspritzung liefert sein maximales Drehmoment von 11,3 Nm bei 6500 U/min. Mit Yamahas variabler Ventilsteuerung VVA funktioniert der Motor über einen breiten Drehzahlbereich sehr gut. In der Praxis bedeutet das für mich vor allem: Der Motor ist gutmütig genug zum Lernen, macht aber gleichzeitig richtig viel Spass, wenn man ihn höher dreht.

Die Sitzhöhe ist ein guter Kompromiss. Die WR125R vermittelt das typische Enduro-Gefühl, ohne unnötig extrem zu wirken. Die alte WR125R hatte eine Sitzhöhe von 93 cm, die neue kommt auf 87,5 cm. Das hilft auch kleineren Personen beim Rangieren, bei engen Kurven und bei langsamen Manövern. Gerade als Einsteiger sind solche Situationen für mich wichtiger als theoretische Spitzenwerte.

Optisch gefällt mir besonders das Yamaha-Blau. Sauber sieht die WR125R bereits sportlich aus. Noch besser gefällt sie mir allerdings nach dem Enduro-Kurs: mit Schlamm, Staub und den Spuren eines Tages im Gelände. 😊