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Motorradtour durch Norwegen – Etappe 3 & 4

Motorradtour durch Norwegen – Etappe 5
31. Juli 2025
Motorradtour durch Norwegen – Etappe 1 & 2
4. August 2025
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Etappe 3 - von Odda nach Øvre Årdal

Unsere dritte Route führt von Odda nach Øvre Årdal und beginnt relativ entspannt. Wir fahren in nördliche Richtung am Hardangerfjord entlang. Das tiefblaue Wasser lässt erahnen, was eine kurze Internetrecherche nach der Tour bestätigt: Unter dem Wasserspiegel geht es steil nach unten. Der Hardangerfjord ist 179 Kilometer lang und bis zu 800 Meter tief. Damit ist er der zweitlängste und zweittiefste Fjord Norwegens. Den längsten Fjord werden wir auf dieser Tour auch noch sehen – aber dazu später mehr.

 

Zunächst geniessen wir die kurvenreiche und wenig befahrene Strasse samt Aussicht, die dem Ufer entlangführt. Nachdem wir die in einer kleinen Bucht gelegene Ortschaft Kinsarvik passiert haben, präsentiert sich vor uns die majestätische Hardangerbrücke. Mit einer Länge von 1.380 Metern zählt sie zu den längsten Hängebrücken der Welt. Die Überfahrt ist wirklich beeindruckend. Leider gibt es auf der Brücke keine Möglichkeit anzuhalten und Fotos zu schiessen. Ein vernünftiger Fotospot befindet sich jedoch nach Verlassen des anschliessenden Tunnels in Richtung Bergen. Einfach bei der nächsten Gelegenheit rechts abbiegen und auf der parallel zur Hauptstrasse verlaufenden Nebenstrasse bis zu einem kleinen Hafen zurückfahren.

 

Der mittlere Teil der Tour ist gespickt mit langen, dunklen Tunneldurchfahrten. Die Matrix-Scheinwerfer der Yamaha Tracer 9 GT+ erleichtern die Tourenabschnitte unter Tage zwar etwas, wirklich Spass bereiten sie aber nicht. Doch der Weg lohnt sich. Im Anschluss führt er uns nämlich dem Aurlandsfjord entlang bis nach Aurlandsvangen. Hier schlängelt sich eine Passstrasse hoch bis zu einem Aussichtspunkt, an dem sich zahlreiche Touristen tummeln und Fotos von der fantastischen Aussicht auf den Fjord schiessen.

Nachdem wir der Passstrasse weiter gefolgt sind, wird die Herde jedoch schnell ausgedünnt. Je mehr Höhe wir gewinnen, desto wilder und rauer wird die Landschaft und das Klima. Da wundert es nicht, dass die Strasse, auf der wir uns befinden, auch „Snøvegen” (Schneestrasse) genannt wird. Sie führt uns bis auf ein neun Kilometer langes Hochplateau, das auf rund 1300 Metern über dem Meeresspiegel liegt und auf dem ewiger Winter herrscht. Selbst Anfang Juli ist der See darauf noch fast komplett zugefroren. Nachdem wir ein paar Bilder gemacht und uns bei 5 °C die Finger abgefroren haben, fahren wir weiter ins Tal, wo uns wärmere Temperaturen und der „König der Fjorde“ erwarten. Der Sognefjord ist 205 Kilometer lang und bis zu 1300 Meter tief. Unser Etappenziel Øvre Årdal liegt direkt am Fjord, wo wir uns für zwei Nächte einquartieren.

Unterkunftsempfehlung: Privates Studio in gemütlicher Villa

Das Studio in Øvre Årdal ist schön eingerichtet, ruhig gelegen und bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Fjord. Das „Schlafzimmer“ in der Dachschräge ist jedoch für Erwachsene völlig ungeeignet. Wir können die Unterkunft deshalb nur für maximal zwei Personen empfehlen. Als Alternative bietet sich das Klingenberg Hotel in Årdal an. 

 

 
 

Etappe 4 - von Øvre Årdal nach Lillehammer

Bisher hatten wir Glück mit dem Wetter. Es herrschten milde 20 bis maximal 25 Grad bei Sonnenschein. Doch wer Skandinavien bereist, muss auch mit Regen rechnen. Leider trifft uns die Schlechtwetterfront genau an unserem längsten Fahrtag. Die Etappe von Øvre Årdal nach Lillehammer ist rund 350 Kilometer lang. Mit Zwischenstopps waren wir insgesamt knapp neun Stunden im strömenden Regen unterwegs, in höheren Regionen teilweise bei tiefen einstelligen Temperaturen.

Da wir oft in dichtem Nebel gefahren sind, fällt es schwer, die Route zu beschreiben. Die wechselnden Landschaften und die kurvenreichen Strecken lassen jedoch vermuten, dass auch die vierte Etappe gut geplant war. Bei besseren Bedingungen hätte die Fahrt bestimmt viel Freude bereitet. Dank guter und warmer Bekleidung war sie trotz Regen und Kälte zumindest nicht unangenehm.

 

Nach einem anstrengenden Tag erreichen wir mit unseren komplett verdreckten Bikes unser Ziel. Eine gemütliche Berghütte in Nordsetter. Besser hätte die Unterkunft nach diesem Tag nicht sein können. Das winzige Haus gehört zu einer kleinen Siedlung, die etwas höher gelegen in der Nähe von Lillehammer liegt. Es ist stilvoll eingerichtet, gemütlich und, was am wichtigsten ist, mit einem Schwedenofen ausgestattet. Perfekt, um die ausgekühlten Knochen zu wärmen und die feuchten Motorradklamotten zu trocknen! Die kommenden zwei Tage geniessen wir in Nordsetter, mitten in der Natur und fernab von Stress, Verkehr und Massentourismus.

Vor unserer Weiterreise verbringen wir die letzte Nacht im Home Hotel Hammer in Lillehammer. Die Fussgängerzone in der Innenstadt ist besonders attraktiv. Dort tummeln sich zahlreiche Touristen in Strassencafés, Bars und Restaurants. Ein wunderschöner Ort, um vor unserer letzten Etappe bei mittlerweile wieder strahlendem Sonnenschein ein paar Drinks zu geniessen.

Unterkunftsempfehlung: Berghütte in Nordsetter / Home Hotel Hammer in Lillehammer

Die Berghütte in Nordsetter können wir uneingeschränkt empfehlen, gerne auch um ein paar Tage dort zu verweilen und die Ruhe zu geniessen. Sie ist zwar klein, dafür aber gemütlich. Dank der beiden Betten im Dachgeschoss bietet sie sogar genug Platz für vier Personen.

Das Home Hotel Hammer in Lillehammer ist gut gelegen, hat schöne und saubere Zimmer und ist zudem noch vergleichsweise günstig. Im Zimmerpreis sind sogar ein reichhaltiges Frühstück und ein Abendessen enthalten. Im Gegensatz zum Frühstück war das Buffet am Abend jedoch eine Enttäuschung, weshalb wir empfehlen, in einem der zahlreichen nahegelegenen Restaurants zu Abend zu essen.