
Yamaha R7: alltagstaugliche Supersportlerin
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Sicher in die Motorradkarriere starten
3. August 2026Genusstour durch die Nordostschweiz
Es muss nicht immer die epische Passjagd im Hochgebirge sein. Diese Runde zeigt, dass der perfekte Töff-Tag direkt vor der eigenen Haustüre starten kann. Statt extremer Höhenmeter und endloser Spitzkehren gibt es hier einfach eine richtig abwechslungsreiche Strecke, die mit flüssigen Kurven und einer schönen Landschaft punkten kann. Ideal für eine entspannte Runde durch die Nordostschweiz.
Vom Zürcher Mittelpunkt ans Wasser
Los geht es in Brütten, vor meiner Haustüre und geografisch zur Orientierung, dem amtlich vermessenen geodätischen Mittelpunkt des Kantons Zürich. In nördlicher Richtung gestartet, öffnet sich die Landschaft bereits kurz nach Andelfingen. Hügel, Felder und kleine Dörfer bestimmen das Bild. Über Stammheim führt die Route weiter nach Stein am Rhein, einem der historischsten Städtchen der Nordschweiz. Wer etwas Zeit hat, sollte hier kurz vom Töff absteigen und durch die alten, verwinkelten Gassen schlendern. Die bemalten Fassaden sind hier echt sehenswert.
Bodensee-Feeling auf zwei Rädern
Ab Stein am Rhein beginnt einer der schönsten Abschnitte auf diesem Ride-out. Die Strasse zieht sich direkt am Ufer des Untersees und später des Bodensees entlang, Richtung Steckborn und Kreuzlingen. Der Blick auf den See ist hier einfach besonders. Überall glitzert das Wasser, ein paar Segelboote ziehen ihre Runden und man findet an jeder Ecke immer wieder einen Platz für einen kurzen Fotostopp. An warmen Sommertagen kommt hier schon fast mediterranes Ferienfeeling auf. Für die erste Pause bietet sich das «See & Park Hotel Feldbach» in Steckborn an. Die Terrasse liegt gleich am Wasser und das Bike steht nur ein paar wenige Meter entfernt sicher geparkt auf dem eigenen Hotelparkplatz.
Kurven, Geschichte und die Hulftegg
Weiter am See entlang geht es bis nach Romanshorn. Wenn ihr am Hafen ankommt, seht ihr meistens schon von Weitem die Bikes stehen. Die Töff-Parkplätze direkt am Ende der Promenade sind einfach genial und ich empfehle einen kurzen Boxenstopp im «Gustav Kahn» auf einen Drink oder einen schnellen Espresso. Wem hier schon der Magen knurrt: Es gibt sogar einen Grillplatz mit Sitzmöglichkeiten und einer spektakulären Aussicht auf den Bodensee. Bis hierhin war die Tour eher gemütliches Cruisen zum Warmwerden, aber ab Romanshorn ändert sich das Spiel komplett.
Nach Amriswil und Bischofszell wird es sportlicher. Die Strassen ziehen an, die Kurven werden enger und der Verkehr nimmt spürbar ab. Man riecht die frisch gemähten Wiesen, düst an alten Obstplantagen vorbei und hat die Strasse fast für sich allein. Ab hier fängt der eigentliche Fahrspass an und auch die Yamaha R7 kommt in ihr Terrain, wo sie ihre Stärken ausspielen kann. Ein kurzer Zwischenhalt lohnt sich in Lütisburg. Die alte gedeckte Holzbrücke über die Thur ist ein echter Hingucker und direkt dahinter spannt sich das eindrückliche Eisenbahnviadukt über das Tal. Je näher man nach Mosnang kommt, desto kurviger wird es. Jetzt steigt die Vorfreude auf das eigentliche oder zweite Highlight dieser Tour: einen Abstecher auf die Hulftegg.
Unter uns Motorradfahrern geniesst die Hulftegg längst Kultstatus. Klar, mit den grossen Pässen in den Alpen kann sie nicht konkurrieren, aber genau das macht ihren Charme aus. Die Strasse windet sich flüssig den Hang hinauf, hat einen super Rhythmus und man gleitet automatisch von Kurve zu Kurve. Die zahlreichen Bremsspuren auf der Strasse kurz vor den Spitzkehren lassen einen schon erahnen: Hier bin ich als Töfffahrer in einer wohlgesinnten Community von Gleichgesinnten. Oben wartet ein riesiger Töff-Parkplatz direkt vor dem Bergrestaurant. An sonnigen Wochenenden reiht sich hier alles aneinander, vom klassischen Café Racer über Supermotos bis hin zu Choppern und Adventure Bikes. Die Aussicht über das Murgtal ist sehr idyllisch, aber die meisten kommen hierher wegen der Töff-Gemeinschaft und natürlich auch der feinen Gasthofküche. Das Bergrestaurant ist bekannt für sein bodenständiges Essen, aber auch nur schon für ein Käffeli auf der Sonnenterrasse ist es der ideale Ort, um kurz eine Pause einzulegen.
Durchs Zürcher Oberland zurück nach Hause
Nach der Stärkung geht es über die kurvenreiche Abfahrt hinunter ins Tösstal. Die Strecke Richtung Bauma gehört zu den schönsten Motorradstrassen im Zürcher Oberland. Lange, flüssige Kurven wechseln sich mit kurzen Waldpassagen ab. Gerade am späteren Nachmittag, wenn das Sonnenlicht flach durch die Bäume fällt, ist das Fahrgefühl einfach toll. Ich drehe noch einen letzten Abschnitt, biege bei Bauma ab und über Bäretswil, Pfäffikon, Fehraltorf und Illnau-Effretikon schliesst sich schliesslich der Kreis zurück nach Brütten.
Mit rund 180 Kilometern und einer reinen Fahrzeit von dreieinhalb Stunden ist diese Runde wunderbar für einen Tagesausflug geeignet. Sie verbindet historische Orte, wunderschöne Seeabschnitte und abwechslungsreiche Kurven. Die Strassen sind übersichtlich genug für Einsteiger, bieten durch den ständigen Rhythmuswechsel aber auch Routiniers genug Abwechslung. Die Strecke will keine Rekorde brechen und keine Alpenpässe übertreffen – sie zeigt einfach, wie abwechslungsreich und wie viel Fahrspass direkt vor unserer Haustüre warten können.
Mein persönlicher Tipp
Die Hulftegg ist an sonnigen Wochenenden ein beliebter Treffpunkt der Töffszene. Parkplätze sind genügend vorhanden, wer aber einen Platz auf der Sonnenterrasse ergattern will, sollte vor dem Mittagessen eintreffen. Für Frühaufsteher bietet das Gasthaus Hulftegg auch jeden Sonntag ein grosses Zmorge-Buffet oder einen Brunch an und macht den Zwischenhalt zu einem echten kulinarischen Tourenhighlight.
Navigationsdaten
Handynavigationsdaten inkl. GPX-Export findet ihr auf calimoto.com:
Nordostschweiz: 03:50 h / 181 km
Die beliebte Navigations-App für Motorradtouren ist für Apple iOS und Android erhältlich.
Yamaha R7: Supersport-Feeling ohne Alltagskompromisse
Die neue Yamaha R7 zeigt eindrucksvoll, dass echter Fahrspass nicht zwingend von maximaler Leistung abhängt. Mit ihrem sportlichen Auftritt, dem charakterstarken CP2-Motor und einem spielerischen Handling verbindet sie Rennsport-Gene mit überraschender Alltagstauglichkeit.
Zehn Tage lang musste die R7 im echten Leben beweisen, was in ihr steckt: auf dem Arbeitsweg, auf kurvigen Landstrassen und bei einer ausgedehnten Tour durch die Nordostschweiz. Das Ergebnis? Ein Motorrad, das nicht mit Zahlen beeindruckt, sondern mit Gefühl, Präzision und dem perfekten Zusammenspiel aus Mensch und Maschine.
Alle Eindrücke, Erfahrungen und Details zur neuen Yamaha R7 hat Dominique in seinem ausführlichen Fahrbericht zusammengefasst.
Dominiques Outfit:
Moderne Motorradausrüstung muss heute Sicherheit, Wetterschutz und Komfort gleichermassen bieten. Im Praxistest haben wir die Dainese Racing 3 D-Dry Jacke und Tempest 3 D-Dry Hose, die iXS Techno-ST+ Tourenstiefel, die iXS Clarkson Motorradjeans sowie den Nolan X-804 RS Ultra Carbon Helm auf unterschiedlichen Touren und bei wechselnden Wetterbedingungen getestet.
Der Test zeigt, wie sich die einzelnen Produkte im Alltag bewähren, welche Stärken sie bei Komfort, Schutz und Funktionalität ausspielen und wo sich kleinere Schwächen zeigen. Das Ergebnis ist ein vielseitiges Ausrüstungspaket, das sportliche Eigenschaften mit hoher Alltagstauglichkeit und Touring-Komfort verbindet.
Dom's ausführlicher Testbericht findet ihr unter dem folgenden Link:
Dainese, iXS und Nolan im Praxistest: Touring-Komfort trifft sportliche Gene
































