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Unter Gleichgesinnten: TCS Endurokurse

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Gefordert und Gefördert

Zwecks Förderung artgerechter Haltung der eidgenössischen Ténéré-Herde bucht die Schweizer Yamaha-Importeurin, die hostettler ag in Sursee, jedes Jahr mehrere Kurse beim TCS und macht diese Weiterbildung der eigenen Kundschaft schmackhaft. 

Wer den Offroad-Kurs beim „Hoschi“ bucht, findet sich in der Folge ausschliesslich mit Ténéré-Fahrern am Kurs. Dieser Umstand kann das Erlebnis ungleich spannender machen, da ein Wissenstransfer über den Töff, seine Eigenheiten und verfügbares Zubehör stattfinden kann. Der Lerneffekt bleibt dabei selbstverständlich erhalten. Wir besuchten die Kurse Moto Enduro 1 & 2 im Betzholz.

 

Man fühlt sich sofort heimisch

Schon bei der Ankunft begrüssen mich eine ganze Reihe Ténérés und weitere folgen in kurzen Abständen. Alle sind sauber geputzt, unaufgefordert in Reih und Glied geparkt, und es sind sämtliche Jahrgänge und Farbschemas vertreten. Kaum ein Töff hier ist im Originalzustand, die Mehrheit weist kleinere und grössere Änderungen auf bis hin zur eigenen Farbgebung. Man erkennt sofort die Liebe zu den Maschinen und auch, dass sie entsprechend ihrer Bestimmung eingesetzt werden. Ich merke: Hier bin ich unter meinesgleichen.

Da zwei Kurse im Angebot sind, teilen wir uns auf: Reto chillt sich beim Enduro-1-Kurs durch den Tag, während ich mich beim Enduro-2-Kurs abrackern muss, so jedenfalls mein erster Gedanke. In der Praxis gilt die Schonfrist bei Enduro 1 nur kurz für eine Lektion Theorie und den Beginn am Vormittag auf federleichten Trial-Töff, welche den meisten Offroad-Passagen etwas ihren Schrecken nehmen. Zu diesem Zeitpunkt kämpfen wir uns bei Enduro 2 schon über Stock und Stein, obwohl auch wir die ersten 20 Minuten auf Asphalt die Fahrtechnik und Blickführung aufgefrischt haben. 

Die Stimmung ist sehr entspannt, denn ich habe Glück mit der Gruppe. Wir acht Teilnehmer verstehen uns sowohl untereinander als auch mit Marco Plüss, unserem Leithammel heute, bestens. In den Pausen wird locker geplaudert über geplante und vergangene Ausflüge, Spezialteile für die Ténéré oder Fahrtechniken.

 

Ein lehrreicher Tag

Immer wieder zeigt uns Marco etwas neues oder stellt eine weitere Technik vor, um abseits befestigter Strassen sicherer unterwegs zu sein. Im Autobahnkreisel Betzholz gibt es ungeahnt viele knifflige Offroad-Passagen, welchen wir allesamt einen Besuch abstatten. Schlussendlich sind es dermassen viele schwierige Passagen, dass ich müde werde. Auf meinen Endurowanderungen stosse ich pro Tag vielleicht auf 5-6 nahrhafte Abschnitte; hier am Kurs wird diese Marke schon vor dem Mittagessen deutlich übertroffen. Aber genau da liegt natürlich auch das grösste Verbesserungspotenzial. Klar geht das zu Lasten der Kondition. Genauso wie übrigens auch das Kaiserwetter in Verbindung mit Mörderhitze. Jedenfalls sind wir schon am Mittag sehr verschwitzt.

Nach leckerem „Ghackets und Hörnli“ (für die meisten) und lockerem Austausch untereinander geht es nahtlos weiter. Das Gelände wird steiler und ruppiger, hie und da liegt auch mal eine Ténéré im Dreck. Samt und sonders wird das aber in die Kategorie „Wo gehobelt wird, fallen Späne“ abgebucht, wieder aufgestiegen und weitertrainiert. Zu Bruch geht dabei nichts, nur ein paar Kratzer zeugen jeweils von standesgemässer Fahrweise. Gerade nach dem Mittagessen und bei noch grösserer Nachmittagshitze sind wir um die Pausen froh, welche regelmässig und immer im Schatten einer Tanne abgehalten werden. Der Wasservorrat geht jedenfalls rasant zu Neige. Zurück bleibt am Ende des Nachmittags eine rundum positive Erschöpfung. Ein solcher Kurstag ist im Durchschnitt beschwerlicher als ein normaler Tag auf Schotterpisten, aber auch deutlich lehrreicher.

 

Lukas’ Erfahrung:

Als erstes: Die Leute beim TCS wissen, was sie tun. Vom Plätzchen für überschüssiges Gepäck während dem Kurstag über das Absenken und wieder Anheben des Luftdrucks der Reifen bis hin zum stillen des Wasserbedarfs der Teilnehmer wurde an alles gedacht. Und die Instruktoren machen das nicht zum ersten Mal, die haben alle eine Vorgeschichte. Erfreulich auch, dass sie die gleiche Schraube locker haben wie die Teilnehmer.

Das Gelände ist für Schweizer Verhältnisse schlicht fantastisch. Die Möglichkeiten dort übertreffen das legal machbare in der Schweiz bei weitem. Positiv ist auch, dass es bei jedem Hindernis eine einfache Umfahrungsmöglichkeit gibt. Diese ist zwar nicht das Ziel der Kursteilnehmer, aber ein hochwillkommener Joker, den man auf einer Ausfahrt meistens nicht hat. 

Für mich persönlich hat der Kurs meine Bedürfnisse voll erfüllt. Von der Wiederholung einiger Techniken über die Berichtigungen eingeschlichener Fehler bis hin zum Erlernen neuer Verfahren war hier alles enthalten. Jetzt bin ich noch heisser auf meine nächste Offroad-Tour!

 

Retos Rückblende:

Bisher durfte ich den TCS Moto Enduro 1 Kurs nur als Fotograf besuchen bzw. beobachten. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich dieses Mal das Training aus der Teilnehmerperspektive erleben durfte.

Obwohl ich schon an einigen Offroad-Trainings teilgenommen habe und auf Touren abseits befestigter Strassen Erfahrung sammeln konnte, profitierte ich vom Kursprogramm. Es ist nie verkehrt, sich die Grundlagen wieder ins Gedächtnis zu rufen und den einen oder anderen Fehler zu korrigieren, den man sich im Laufe der Zeit angewöhnt hat.

Da alle Fahrübungen im Moto Enduro 1 Kurs bei niedrigem Tempo ausgeführt werden, empfehle ich, den Kurs gegen Anfang oder Ende der Saison zu buchen, wenn die Temperaturen etwas angenehmer sind. An unserem Kurstag stieg das Thermometer bis auf 35 Grad, was vielen Teilnehmern – mich eingeschlossen – etwas zu schaffen machte.

 

Fahrtrainings einfach und schnell online buchen

Auf der Website des Touring Club Schweiz steht eine vollständige Übersicht über alle Motorradfahrkurse zur Verfügung. Darin sind die Fahrtrainings, die Durchführungsorte und die Zeiten aufgeführt. Die von Frühling bis Herbst stattfindenden Kurse können direkt in der Übersicht online gebucht werden.

Bitte beachtet, dass die Kurse für TCS Mitglieder günstiger sind. Unter Umständen lohnt es sich deshalb, vorher eine TCS Mitgliedschaft abzuschliessen und von den umfangreichen Dienstleistungen des TCS wie Pannenhilfe, kostenloser Rechtsberatung sowie zahlreichen Vergünstigungen und Vorteilen zu profitieren. Einen Überblick über alle Vorteile, die eine TCS-Mitgliedschaft bietet, findet ihr unter diesem Link.

Yamaha Ténéré 700

Der beliebten japanischen Reiseenduro eilt ihr guter Ruf voraus – und das zu Recht. Ihre Tourentauglichkeit in Verbindung mit der hervorragenden Offroad-Performance macht sie seit Jahren zu einem der beliebtesten Bikes ihrer Klasse.

Für die Saison 2025 wurden die Yamaha Ténéré 700 und ihre noch etwas potentere Schwester, die Ténéré 700 Rally, überarbeitet und zielgerichtet verbessert, ohne dabei ihren spartanischen, abenteuerorientierten Charakter zu verlieren.

Wir durften die aktuelle Modellgeneration bereits zu Beginn der Saison bei einer Pressepräsentation in Marokko testen. Eine zweite Testphase mit der Yamaha Ténéré 700 folgte im Frühsommer auf Schweizer Pass- und Landstrassen. Die beiden Fahrberichte können unter den folgenden Links nachgelesen werden: