parallax background

Teilnahme am TCS-Moto-Enduro-Kurs am 4. Tag der Töff-Karriere

Triumph Bonneville – ein Motorrad fürs Leben
7. August 2026
Yamaha WR125R im Test – Jans erste Motorraderfahrung
13. August 2026
Triumph Bonneville – ein Motorrad fürs Leben
7. August 2026
Yamaha WR125R im Test – Jans erste Motorraderfahrung
13. August 2026

Jan’s Steilstart mit der Yamaha WR-125

Ist es riskant, als Anfänger so kurz nach meiner allerersten Töfffahrt an einem Enduro-Kurs teilzunehmen? Das möchte ich gerne herausfinden. Und noch vieles mehr.

Die Yamaha WR-125R, die mir zur Verfügung gestellt wird, passt mir sehr gut und erweist sich als ideale Begleiterin für meinen ersten Offroad-Einsatz. Auf dem Programm steht der in Kooperation mit Yamaha Schweiz durchgeführte Kurs «Moto Enduro 1» beim Touring Club Schweiz in Lignières in der Nähe von Neuenburg.

Dieser TCS-Kurs hat als Ziel, den Teilnehmern die Grundlagen des Offroad-Fahrens beizubringen. Dazu gehören das Handling des Motorrads, das Bremsen, Steigungen und Gefälle zu fahren sowie die dafür richtige Körperposition zu lernen. Unseren erfahrenen Instruktoren Jean-Léon und Rolf ist es wichtig, dass bei allen Übungen die Sicherheit an vorderster Stelle steht.

 

Erst die Theorie

Bei der Anmeldung frühmorgens werden wir freundlich empfangen und es beginnt mit einer theoretischen Einführung. Jean-Léon erklärt uns die Grundlagen des Offroad-Fahrens, spricht über die grundlegende Sicherheitsausrüstung, die Unterschiede zwischen Strasse und Gelände, die Einschätzung der Bodenhaftung sowie die nötigen Anpassungen, mit denen man eine Enduro-Maschine für den Offroad-Einsatz vorbereitet.

Der Gedanke, mit so wenig Erfahrung bereits im Gelände zu fahren, macht mich anfangs etwas nervös. Ich bin der einzige Anfänger im Kurs, weshalb Jean-Léon speziell auf mich eingeht. Seine verständlichen und interaktiv gestalteten Erklärungen nehmen mir jedoch schnell meine erste Nervosität. Auch die Fragen der anderen Kursteilnehmer beantwortet er individuell und präzise. Jean-Léon wird übrigens begleitet von der Schweizer Motorrad-Legende Rolf Biland, der mehrere Weltmeisterschaften gewonnen hat.

 

Dann die Praxis

Schon bald ziehen wir unsere Ausrüstung an und starten mit den einfach zu handhabenden Trial-Übungsmotorrädern. Mit ihnen können wir die ersten theoretischen Grundlagen in die Praxis umsetzen.

Die für mich neue, stehende Fahrposition fühlt sich anfangs ungewohnt an, an die ich mich jedoch schon nach kurzer Zeit gewöhne. Wir beginnen mit Übungen für das Bremsen und Kurvenfahren auf Kies und Sand, bevor es dann direkt über die ersten Bodenwellen geht. Dabei kommt es bei mehreren Teilnehmern auch gleich zu leichten Stürzen – bei denen jedoch niemand zu Schaden kam. Doch jedes Missgeschick hilft uns, uns besser an das Motorrad anzupassen und zu verstehen, welche Fehler wir nicht wiederholen sollten. Für den Einstieg ist diese Übungsphase ideal: Mit den robusten bereitgestellten Motorrädern können wir erste Erfahrungen im Gelände sammeln, ohne dabei gleich unser eigenes Motorrad zu beschädigen.

Anschliessend bereiten wir unsere eigenen Motorräder für den Offroad-Einsatz vor. Wir entfernen Teile wie etwa Rückspiegel und Fussrasten-Gummis, die im Gelände nicht benötigt werden oder stören. Auch lernen wir, den Reifendruck an unser Terrain anzupassen. Mit den eigenen Maschinen lassen wir es zu Beginn deutlich ruhiger angehen.

Jean-Léon zeigt uns, wie man im Gelände wirkungsvoll bremst, und gibt allen Teilnehmenden persönliche Tipps. Schon bald spüre ich, dass ich mich viel sicherer fühle. Jeder Bremsvorgang gelingt mir ein wenig besser als der vorangehende.

 

Bergauf, bergab, über Hindernisse und durchs Wasser

Noch vor dem Mittagessen fahren wir über verschiedene Bodenwellen, um das Gleichgewicht auf dem Motorrad zu trainieren. Dabei lernen wir, das Gelände nicht als Hindernis, sondern als Unterstützung zu nutzen. Entscheidend ist, den Schwerpunkt im richtigen Moment zu verlagern und im richtigen Moment Gas zu geben. Nur so lässt sich das Motorrad kontrolliert und sicher bewegen.

Die Stimmung ist locker und humorvoll, was ich sehr mag. Man spürt aber, dass Sicherheit den beiden Instruktoren wichtig ist. Einer meiner Mitteilnehmer hat mich bei einer Übung mal überholt, was er nicht durfte, und Jean-Léon hat ihm ziemlich eindeutig gesagt, dass das nicht geht. Aber auf sehr einfühlsame und nette Weise. Das hat mich beeindruckt. Wir lachen den ganzen Tag immer wieder, trotz der geforderten Disziplin.

Gegen Ende des Tages folgt eine freie Trainingsphase. Alle können selbst entscheiden, welche Übungen sie noch einmal wiederholen möchten. Wer sich nicht getraut, gewisse Hindernisse zu absolvieren, kann die Übung auslassen. Die Mutigeren wagen sogar eine Wasserdurchfahrt. Für mich war die Fahrt durchs knietiefe Wasser der aufregendste und eindrücklichste Moment des Tages. Neben den steilen Auf- und Abfahrten war dies der Höhepunkt meiner allerersten Erfahrung im Offroad-Fahren.

 

Fazit

Am Ende hat mich dieser Kurs wirklich positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass man innerhalb eines einzigen Tages direkt so viele Techniken erlernen und anwenden kann.

Der Kurs ist sinnvoll aufgebaut, fokussiert auf einen grossen Lerneffekt und wir wurden in diesem Kurs hervorragend betreut. Die Anforderungen werden schrittweise gesteigert, wodurch man schnell Vertrauen gewinnt. Selbst dann, wenn man erst seit Kurzem Motorrad fährt. Besonders gefreut hat mich, dass ich trotz des teilweise grossen Altersunterschieds und der Erfahrung der anderen Teilnehmer schnell netten Kontakt gefunden habe und ich mich sehr gut integriert fühlte.

Die Yamaha WR-125R fühlte sich im Gelände besonders gut an. Sie ist leicht, wendig und vermittelt viel Sicherheit. Damit eignet sie sich ideal für den Einstieg in den Enduro-Sport. Aufgrund des geringen Gewichts meiner 125er hatte ich spürbare Vorteile im Vergleich zu den anderen Kursteilnehmern, die alle mit der deutlich schwereren Yamaha Ténéré 700 teilnahmen.

Ihre einzige nennenswerte Schwäche zeigte sich auf der Autobahn. Die über 100 km Anfahrt waren etwas anstrengend. Für lange Etappen mit hoher Geschwindigkeit fehlt dem Motor die Leistung – die Maschine erreicht nur mit Mühe mehr als 110 km/h. Bei diesem Tempo werden die Vibrationen deutlich spürbar. Angesichts des kleinen Hubraums ist das jedoch nicht unerwartet und absolut ok.

Abseits der Autobahn fühlt sich die WR-125R am wohlsten. Im Stadtverkehr überzeugt sie mit ihrer Agilität, während der drehfreudige Einzylinder auf kurvigen Landstrassen für spritzigen Vortrieb sorgt. Dank ihrer ausgewogenen Fahrwerksabstimmung und der aufrechten Sitzposition meistert sie den Alltag ebenso souverän wie spontane Ausflüge ins Grüne. Wer erste Erfahrungen sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldwegen sammeln möchte, findet in der Yamaha WR-125R eine vielseitige und unkomplizierte Begleiterin.

 

Fahrtrainings einfach und schnell online buchen

Auf der Website des Touring Club Schweiz steht eine vollständige Übersicht über alle Motorradfahrkurse zur Verfügung. Darin sind die Fahrtrainings, die Durchführungsorte und die Zeiten aufgeführt. Die von Frühling bis Herbst stattfindenden Kurse können direkt in der Übersicht online gebucht werden.

Bitte beachtet, dass die Kurse für TCS Mitglieder günstiger sind. Unter Umständen lohnt es sich deshalb, vorher eine TCS Mitgliedschaft abzuschliessen und von den umfangreichen Dienstleistungen des TCS wie Pannenhilfe, kostenlose Rechtsberatung sowie zahlreichen Vergünstigungen und Vorteilen zu profitieren. Einen Überblick über alle Vorteile, die eine TCS-Mitgliedschaft bietet, findet ihr unter diesem Link.

Übrigens: Früh buchen lohnt sich! Die Kurstermine zu Beginn der Saison sind besonders begehrt. Sie sind ideal zur Vorbereitung auf einen sicheren Einstieg in die neue Saison geeignet. Ausserdem ist es deutlich angenehmer, den Kurstag auf dem TCS-Gelände bei etwas kühleren Temperaturen zu verbringen. Smarte Bikerinnen und Biker reservieren ihren Kurstermin für die kommende Saison deshalb schon jetzt.