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MOTOSUISSE appelliert im Kampf gegen Lärm-Fahrverbote zur Besonnenheit

Nach kürzlich erlassenen Lärmfahrverboten für Motorräder in Österreich und Deutschland sowie einer ähnlich lautenden Initiative von Schweizer Politikern formiert sich unter Motorradfahrenden, Verbänden und Politikern der betroffenen Länder breiter Widerstand. Kritisiert wird vor allem die Ungleichbehandlung der Motorradfahrenden gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern sowie der Umstand, mit diesen Massnahmen gleich eine ganze Personengruppe unter Generalverdacht zu stellen.
 
Der Schweizer Motorrad- und Roller-Importeursverband motosuisse stellt sich jedoch wie die anderen Branchen- und Interessenverbände FMS, SAM und IG Motorrad klar und geschlossen gegen eine von privaten Kreisen geplante Demonstration im August auf dem Gotthardpass. motosuisse befürwortet grundsätzlich den politischen Weg.

In der Schweiz gibt es, im Unterschied zu Österreich und Deutschland, aktuell weder Streckensperrungen noch willkürlich festgesetzte Lärmvorschriften für Motorräder. Die Situation ist in keinerlei Hinsicht mit derjenigen in Österreich und Deutschland vergleichbar. Für Kampfmassnahmen besteht deshalb aus Sicht des Schweizer Branchenverbandes motosuisse weder Anlass, Dringlichkeit noch Bedarf. motosuisse distanziert sich unmissverständlich von der von privaten Kreisen geplanten Demonstration im August.

Keine Notwendigkeit

Sollten Forderungen nach Streckensperrungen oder neuen Lärmvorschriften auftreten, befürwortet motosuisse den demokratischen, politischen Weg. Dies bezieht sich aktuell auf die beiden dieses Jahr von der Aargauer SP-Politikerin Gabriela Suter eingereichten parlamentarischen Initiativen, die ein generelles Fahrverbot von Motorrädern mit einem Standpegel von 95 Dezibel sowie den Einsatz von Lärmradargeräten verlangen.

Politischer Weg im Vordergrund

motosuisse distanziert sich grundsätzlich von unüberlegt und kurzfristig angesetzten privaten Initiativen, insbesondere in dieser schwierigen Covid-19-Zeit. motosuisse betrachtet solche Aktionen als kontraproduktiv und ist überzeugt, dass sie dem Ansehen und der hohen Akzeptanz der Schweizer Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer in der Bevölkerung schaden.

Politische Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft

Erst zu einem Zeitpunkt, wenn sämtliche politische Möglichkeiten ausgeschöpft sind – und bis dahin dauert es noch lange – können Protestmassnahmen in Betracht gezogen werden. Ein entsprechender Grossanlass wie im Mai 2003 (Demonstration gegen „Vision Zero“) bedarf jedoch einer langen Vorlaufzeit und intensiver Zusammenarbeit mit den Behörden.