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Freiheit geniessen im letzten Schweizer Bikerparadies

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Einfach mal losfahren

„Ach wär das schön, wenn man einfach spontan losfahren und ein Wochenende irgendwo am See oder in den Bergen verbringen könnte.“ Diesen Spruch hat vermutlich jeder schon mal gehört. Meistens bewegt sich die Disskussion, nach diesem Wunsch nach mehr Freiheit, in Richtung Campervan. So ein Van braucht natürlich neben zwei bequemen Betten auch eine Küche mit Kühlschrank, eine Marquise und selbstverständlich auch einen Fahrradträger, auf dem zwei E-Bikes transportiert werden können u.s.w..

Da wird einem relativ schnell klar, dass an dem Wunsch nach mehr Spontanität und Abenteuer ein sechsstelliges Preisschild hängt. Ein Betrag, den nur die wenigsten von uns mal schnell hinten rechts hervorzaubern können. Ist deshalb Sofasurfen statt Abenteuer angesagt?
 
Nicht für diejenigen die bereit sind, ein wenig Komfort gegen Fahrspass einzutauschen. Man braucht nur etwas Stauraum auf dem Bike und etwas Campingausrüstung und der Flucht aus dem Alltag in Richtung Freiheitsgenuss steht nichts mehr im Weg.

Ende April entscheide ich mich, genau das zu tun und ich finde sogar noch jemanden, der spontan mitzieht. Soner und ich sind schon seit unserer Teenagerzeit beste Freunde. Wir erwarten also ein spassiges Wochenende, auch wenn er mit seinem Cafe Racer nicht gerade ideale Voraussetzungen für Campingausflug mitbringt.

Zum Glück habe ich genügend Platz auf meiner Ténéré 700. Obwohl wir den Laderaum der Yamaha nicht voll ausnutzen, sind neben Dingen für den täglichen Bedarf, zwei Zelte, ein Tarp und zwei bequeme Campingstühle mit am Start. Das heisst, wer bereit ist, sich noch etwas einzuschränken, braucht für so ein Wochenende nicht zwingend eine Reiseenduro mit grossem Gepäcksystem - es ist aber trotzdem praktisch, wenn man eine hat. ;)
 
Soner und Reto auf dem Campingplatz direkt am Murtensee.
 

An den Murtensee

Da ich noch nie im Jura unterwegs war und schon lange mal eine Tour dort fahren wollte, entscheiden wir uns, unser Basislager am Murtensee aufzuschlagen. Der Weg an den See führt uns durchs Entlebuch und über den Schallenberg, vorbei an Thun, bis auf die Gurnigel Passhöhe. Nach einem kurzen Zwischenstopp fahren wir weiter über Freiburg und erreichen kurz darauf Avanche, wo wir uns auf dem ansässigen Campingplatz einrichten.
 

Camping Port Plages

Wer einen komfortablen Platz bevorzugt, ist auf dem Camping Port Plages gut aufgehoben. Der gepflegte Campingplatz steht direkt am See und bietet alles was das Herz begehrt. Einen kleinen Laden, der alles was man so im Alltag braucht, zum Verkauf anbietet, einen Take Away mit vorzüglichen thailändischen Spezialitäten, ein schönes Restaurant und moderne, saubere Sanitäranlagen. Für Kinder steht sogar ein Karussell zu Verfügung.
Während die ganzen Camper und Wohnwagen in der zweiten Reihe parken, dürfen wir unser Zelt direkt am Wasser aufschlagen - besser gehts nicht. Einziges Ärgernis: auf dem Camping Port Plages fühlt man sich anscheinend verpflichtet, den Zeltplatz während der ganzen Nacht zu beleuchten. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Wir hätten auch im Dunkeln schlafen können.

Die Juratour

Nach einer mit 4 Grad über Null ziemlich kühlen Nacht, starten wir auf die geplante Juratour. Die gut 300 Kilometer hier zu beschreiben, würde den Umfang des Artikels sprengen. Ich kann aber eines dazu sagen: die Fahrt in die Westschweiz lohnt sich. Denn dort befindet sich vermutlich das letzte Schweizer Motorradparadies. Zugegeben, die Strassenbeläge sind nicht durchgängig im besten Zustand. An einigen Stellen freut man sich buchstäblich über jeden Zentimeter Federweg, den das Fahrwerk zur Verfügung stellt. Aber dafür belohnt die Tour mit verkehrsarmem Kurvenspass.
 
Die Fahrt durch den Kanton Jura ist eine kleine Reise in die Vergangenheit. In eine Zeit, in der wir uns noch nicht für jedes Dezibel entschuldigen mussten. Das heisst nicht, dass dort gerast wird. Aber im Jura wird noch ein etwas unbeschwerterer Fahrstil gepflegt. Niemand dreht mit böser Miene den Kopf, wenn eine Gruppe Töfffahrer zügig und vielleicht etwas hochtouriger vor die Beiz fährt und hin und wieder zieht auch mal ein freudiger Biker im Wheelie vorbei, ohne dabei von den Einheimischen mit Steinen beworfen zu werden.

Der Kanton Jura ist vermutlich das letzte Schweizer Motorradparadies. Ein Ort, an dem wir die Freiheit die wir so lieben, noch ausleben und geniessen können. Einfach mal spontan die sieben Sachen zu packen und unter Freunden gen Westen zu fahren, war ein guter Plan. Einen, den wir nicht zum letzten Mal in die Tat umgesetzt haben – denn wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert.

Daten für Handynavigation inkl. GPX-Export findet ihr auf calimoto.com: Fahrt an den Murtensee / Juratour

Yamaha Ténéré 700

Die Yamaha Ténéré 700 ist nicht nur ein Bike für Hardcore-Motorradreisende, die stundenlang über Schotterpisten brettern. Das Freiheitsgefühl, das dieses Bike ausstrahlt, hat extremes Suchtpotential.

Die Faszination dahinter ist einfach: Die Ténéré 700 bringt uns die Leichtigkeit des Motorradfahrens zurück. Keine Fahrmodi, kein elektronisch einstellbares Fahrwerk, keine Traktionskontrolle - einfach ein gut abgestimmtes Bike, das in jeder Situation funktioniert.

Aus unserer Sicht ist die Ténéré 700 das ideale Tourenbike. Sie gehört seit Anfang 2020 zu unserem Fuhrpark und da wird sie noch eine sehr lange Zeit bleiben.
 
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