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Unendlich viele Bäume und Kurven – die Schwarzwaldrunde

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Kurven, Natur und Fahrspass auf Deutschlands schönsten Landstrassen

Wenn draussen die Sonne scheint, ist die Idee meist dieselbe: ab aufs Bike und hoch zu den Pässen! Furka, Susten, Grimsel – wir kennen sie alle. Vielleicht sogar etwas zu gut.

Dabei liegt auf der anderen Seite der deutschen Grenze ein Gebiet, das mindestens genauso viel Fahrspass verspricht. Die Rede ist vom allseits bekannten Schwarzwald. Nicht ganz so viele Höhenmeter, dafür gefühlt unendlich viele Kurven und unzählige Postkartenmotive, die alle fünf Minuten zu einem Zwischenstopp verleiten.

 

Im Schwarzwald fällt ausserdem schnell auf, dass Motorradfahrer nicht überall die heimlichen Helden der Strassen sind. An zahlreichen Ortseingängen bitten Schilder um eine rücksichtsvolle und möglichst leise Fahrweise. Diesem Wunsch kommen wir selbstverständlich nach. Schliesslich möchten wir auch in Zukunft noch willkommen sein und keine weiteren Streckensperrungen heraufbeschwören.

 

Die Therme am Rhein

Unsere Tour startet dieses Mal im wunderschönen am Rhein gelegenen Bad Zurzach, das unter anderem durch sein Thermalbad bekannt ist. Nach der Rheinüberquerung rollen wir über Rheinheim, Kadelburg und Lauchringen Richtung Detzeln. Dort beginnt das Ziel unserer Reise: Kurven – viele Kurven – sehr viele Kurven. Wer alle zehn Minuten einmal eine gerade Strasse entdeckt, freut sich schon beinahe über die willkommene Abwechslung – aber nur beinahe. ;)

Wir schlängeln uns also durch dichte Tannenwälder, während die frische Waldluft durch unsere Helme strömt. Ein kleiner Stopp bei der Burg Roggenbach und der Ruine Steinegg, die beide aus dem 12. Jahrhundert stammen, darf nicht fehlen. Die imposanten Bauwerke stehen unübersehbar etwas abseits der Strasse. Ein Foto zur Erinnerung, und schon schwingen wir uns wieder in den Sattel.

Natürlich gibt es auch weniger kurvenreiche Abschnitte im Schwarzwald. Eine schöne Gelegenheit, die kleinen Dörfer mit ihren Höfen und den charakteristischen, weit heruntergezogenen Dächern sowie die weiten Täler und grünen Wiesen etwas genauer zu betrachten.

Zwischen zwei Seen

Ein echtes Highlight der Route sind der Titisee und der Schluchsee. Die beiden Seen liegen eingebettet in eine wunderschöne Landschaft und bieten sich ebenfalls perfekt für eine Pause an. Ob ein Kaffee mit Seeblick, ein gemütliches Mittagessen oder einfach ein Moment zum Durchatmen – hier lässt sich die Tour wunderbar unterbrechen und die Atmosphäre geniessen. Und ganz ehrlich: Die Yamaha Tracer 7 macht vor dieser Kulisse eine noch bessere Figur.

 

Kleiner Fakt am Rande

Wer schon einmal im Schwarzwald war, hat ihn bestimmt bereits gesehen: den Strohhut mit den roten Bollen, den sogenannten Bollenhut. Dieses traditionelle Wahrzeichen ist weltweit das Markenzeichen der Ferienregion. Ursprünglich stammt es aus drei Gemeinden beziehungsweise Ortsteilen im Kinzig- und Gutachtal.

Beim Bollenhut handelt es sich um einen mit weissem Gips gefestigten Strohhut, auf den in Kreuzform elf grosse und drei im Ansatz erkennbare Wollbollen aufgenäht sind.

Da uns inzwischen der Regen eingeholt hat, machen wir eine kleine Rast beim Seebeizle Aha, das direkt am See liegt, und geniessen den Blick auf den Schluchsee. Hier sind wir nicht die Einzigen, die auf diese Idee gekommen sind. Motorräder verschiedenster Marken und Modelle haben ebenfalls hier parkiert. Die Schwarzwaldtour ist nämlich nicht nur etwas für Kurvenjäger, sondern auch für Genussfahrer.

Tankstelle ahoi!

Auf der zweiten Hälfte der Strecke wird der Schwarzwald immer ursprünglicher. Die Wälder werden dichter, die Ortschaften kleiner und die Strassen gefühlt noch kurviger. Einziger Nachteil: Tankstellen werden zur seltenen Spezies. In Todtmoos befindet sich die letzte Tankstelle direkt an unserer Route. Wer nicht testen möchte, wie weit sich ein Motorrad schieben lässt, sollte hier nochmals nachtanken. Also machen wir eine kleine Zwangspause und füllen unseren Spritvorrat.

Mit vollem Tank und einem breiten Grinsen im Gesicht nehmen wir die letzten Kilometer unter die Räder. Über Homburg und Kadelburg geht es zurück Richtung Rhein und schliesslich wieder nach Bad Zurzach.

Am Ende der Tour bleibt eine wichtige Erkenntnis: Für einen gelungenen Motorradausflug muss es nicht immer ein Alpenpass sein. Für gepflegten Fahrspass reicht auch eine Grenze, ein voller Tank und der Schwarzwald, der mehr Kurven bereithält, als man an einem Tag zählen kann.