
Motorradtour durch Norwegen – Etappe 1 & 2
4. August 2025
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5. August 2025Tipps für die Reisevorbereitung
Der Sommer 2025 hat bereits im Juni voll zugeschlagen. Temperaturen über 30 Grad waren im Frühjahr regelmässig auf der Tagesordnung. Während viele Motorradbegeisterte dem Trend in Richtung Balkan folgen, um sich bei über 40 Grad die Motorradklamotten nass zu schwitzen, treten wir die Flucht gen Norden an.
Norwegen lockt während der Sommermonate mit perfektem Motorradwetter. In den Monaten Juli und August klettert das Thermometer regelmässig über 20 Grad, über 25 Grad jedoch nur in Ausnahmefällen. Beste Bedingungen, um Motorradtouren in vollen Zügen zu geniessen.
Strecke und passende Motorräder
Unsere Routenwahl beschränkt sich auf befestigte Strassen. Die fünf Etappen können demzufolge mit jedem Motorrad befahren werden.
Es gibt einige Abschnitte, die nur grob asphaltiert und mit einer Schicht Rollsplitt bedeckt sind. Auf den ersten Blick sehen sie daher wie Schotterwege aus. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Diese Teilstrecken sind nur kurz und waren auch mit Manuelas Yamaha MT-09 problemlos befahrbar.
Neben der Yamaha MT-09 Y-AMT hat uns die neue Tracer 9 GT+ auf der Tour begleitet. Mit Windschild und Softgepäcksystem ist die MT-09 Y-AMT überraschend tourentauglich, bietet ausreichenden Windschutz sowie genug Stauraum für Reisegepäck.
Die Tracer 9 GT+ verfügt ab Werk über zwei geräumige Seitenkoffer und einen grosszügig dimensionierten, elektrisch verstellbaren Windschild. In Kombination mit dem 65 Liter fassenden Pro Travelbag von SW-Motech mutiert die Tracer 9 GT+ zum wahren Raumwunder und bietet genug Platz für eine zweiwöchige Tour – inklusive kompletter Kameraausrüstung.
Im Schlaf per Autozug bis nach Hamburg
Der Autozug startet kurz nach der Schweizer Grenze in Lörrach und bringt die Gäste bis nach Hamburg. Das Beladen beginnt um 17:30 Uhr, die Abfahrt ist um 19:30 Uhr und die Ankunft in Hamburg ist um 8 Uhr morgens. Beim Beladen ist Vorsicht geboten, da der Wagen sehr tief ist und man während der Fahrt den Kopf einziehen muss. Wer einen Tankrucksack dabei hat, sollte ihn deshalb vor dem Verladevorgang demontieren.
Übernachtet wird im separaten 6er-Abteil oder im Schlafwagen. Wer wirklich zu sechst mit verschwitzten Motorradklamotten im Gepäck übernachten möchte, muss ziemlich leidensfähig sein. Zu zweit hat man jedoch mehr als genug Patz. Wir waren auf der Hinreise im Liegewagen und auf der Rückreise im Schlafwagen unterwegs. In beiden Fällen haben wir gut geschlafen. Unsere Empfehlung ist jedoch ganz klar der günstigere Liegewagen. Denn abgesehen von einem Waschbecken bietet der Schlafwagen keinen nennenswerten zusätzlichen Komfort.
Wir empfehlen, die Reise über Simpletrain zu buchen. Die Schweizer Bahnreiseexperten bieten eine kompetente Beratung und stellen auf ihrem Online-Portal sämtliche Informationen und Reiseunterlagen zur Verfügung.
Luxusfähre von Kiel bis nach Oslo
Wie gewohnt haben wir unsere Fahrt übers Wasser beim Cruise & Ferry Center gebucht. Die Fähre nach Oslo wird ab 12 Uhr in Kiel beladen. Für die Anfahrt von Hamburg bleibt also mehr als genug Zeit. Im Gegensatz zu den Fähren, die von Italien aus in südliche Regionen fahren, funktioniert hier alles pünktlich und stressfrei. Ausserdem wird die Bezeichnung „Fähre” den Schiffen, die Color Line einsetzt, nicht gerecht – „Kreuzfahrtschiffe mit Frachtraum für Fahrzeuge” würde es wohl besser treffen.
Von diversen Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants über Bars und Pubs bis hin zu einem Fitness- und Spabereich, einem Casino sowie einem Nachtclub ist alles an Bord, um den Gästen die Überfahrt so angenehm wie möglich zu gestalten. Das gesamte Schiff ist blitzblank, das Personal ist freundlich und die Verpflegung ist hervorragend. Liebe Leute von Moby Lines, Corsica / Sardinia Ferries und Co. – so wird das gemacht!
Zugegeben, die Anreise mit Autozug und Fähre ist kein Schnäppchen. Dafür wird einem aber auch etwas geboten. Man kann seinen Urlaub ab Lörrach geniessen, startet in Oslo frisch in die Motorradtour und kommt auch entspannt von der Reise zurück. Für uns war es den Preis auf jeden Fall wert.
Reisekosten
Die Preise für Unterkünfte und Verpflegung sind mit denen in der Schweiz vergleichbar. Für die An- und Rückreise mit dem Autozug und der Fähre haben wir pro Person etwas über 2000 Franken bezahlt (zwei Personen im Abteil/Zimmer, inklusive zwei Motorräder).
Fünf Etappen für eine oder zwei Wochen
Die von uns zusammengestellte Tour umfasst fünf Tagesetappen. Somit kann die gesamte Rundtour in einer Woche gefahren werden. Die Etappenziele sind jedoch so gewählt, dass es sich lohnt, vor Ort zu verweilen und die Umgebung zu erkunden. Wer es etwas lockerer angehen möchte, kann es uns gleichtun und die Tour auf zwei Wochen verteilen.
Wetter und Bekleidung
Wir bewegen uns in hohen nördlichen Breiten. Das heisst, das Wetter kann schnell umschlagen und die Temperaturen können entsprechend fallen. Neben einer guten Motorradkombi ist wärmende Unterbekleidung Pflicht. Obwohl wir beide wasserdichte Motorradkombis tragen, haben wir zusätzlich Regenbekleidung im Gepäck. Wenn man einen ganzen Tag im Regen fahren muss, gibt es nichts Besseres als eine klassische Regenkombi, die zuverlässig vor Nässe und Auskühlung schützt.
Ausserdem muss man auch mit windigen Tagen rechnen. Die teils sehr starken Windböen können für Motorradfahrer gefährlich werden. Bei hohen Windgeschwindigkeiten sollte man das Tempo reduzieren, konzentriert fahren und gegebenenfalls eine Pause einlegen, um abzuwarten, bis der Wind etwas abgeflaut ist.
Allgemeine Informationen
Schnell fahren lohnt sich nicht. Die Bussgelder in Norwegen sind selbst für Schweizer Verhältnisse sehr hoch. Umgerechnet sind schnell mal vierstellige Beträge fällig. Norwegen ist eher ein Land, um zu cruisen und die Landschaft zu geniessen. Auch weil die Geschwindigkeitslimiten tief angesetzt sind. Innerorts gilt zwischen 30 und 40 km/h, ausserorts meist 70 und auf Autostrassen und Autobahn in der Regel 90 Stundenkilometer. Wer besonders sportlich fahren möchte, ist beispielsweise auf Sardinien besser aufgehoben.
Geniessen ist auch das Motto, wenn es um Alkoholkonsum geht. Das Limit liegt bei 0,2 Promille. Wie eigentlich immer beim Motorradfahren gilt deshalb: Wer fährt, trinkt nicht. Wer sich nach der Tour gerne mal ein Bierchen genehmigt, muss aufgrund der hohen Alkoholsteuern etwas tiefer in die Tasche greifen. Ein kleines Bier im Restaurant kostet rund 8, ein grosses 10 Franken. Sparfüchse holen sich eine Dose Bier im Supermarkt (bis spätestens um 18 Uhr) für rund drei Franken – Problem gelöst.
Routen und Unterkünfte
Wie bereits erwähnt, haben wir unsere Rundtour durch den Süden Norwegens in fünf Tagesetappen eingeteilt. Dazwischen haben wir in Hotels, Ferienhäusern und -wohnungen übernachtet. Detaillierte Routenbeschreibungen inklusive Links zu den Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr in unseren Tourenberichten:
Yamaha Tracer 9 GT+ und MT-09 Y-AMT
Wir durften unsere Norwegenreise mit den neusten Modellen aus der Yamaha Sporttouring- und Nakedbike-Familie unter die Räder nehmen. Retos Yamaha Tracer 9 GT+ ist das Flaggschiff im Sporttouring-Segment von Yamaha und bietet einen guten Kompromiss zwischen Performance und Komfort.
Manuelas Nakedbike, die Yamaha MT-09 Y-AMT, wurde vor der Reise mit einem Windschild sowie einem Gepäcksystem von SW-Motech ausgestattet und war so mit nur wenigen Handgriffen reisebereit.
Ausführliche Fahrberichte zu den beiden Modellen können unter den folgenden Links nachgelesen werden:
Yamaha Tracer 9 GT+ – die Maschine, die alles hat / Fahrbericht von Lukas
Yamaha MT-09 – Verjüngungskur zum runden Geburtstag / Fahrbericht von Lukas
Handgeschaltet – Erstkontakt mit Yamahas automatisiertem Schaltgetriebe / Fahrbericht von Reto
Bekleidung von Manuela und Reto
Manuela testete auf dieser Reise die hochwertige GORE-TEX-Damen-Textilkombi „Horizon GTX” von iXS sowie den neuen „GT-Air 3” Integralhelm von Shoei. Ihr ausführlicher Testbericht kann im folgenden Artikel nachgelesen werden:
Damen-Touren-Bekleidung im Härtetest
Reto trägt die Textilkombi „Carve Master 3” von Dainese bereits in der dritten Saison und hat damit bisher gute Erfahrungen gesammelt. Seinen Testbericht zum italienischen Sport-Textilkombi findet ihr unter dem folgenden Link:
Dainese Carve Master 3 – Sporttouring Kombi im Härtetest
Retos Langzeittest zum Carve Master 3, den passenden Dainese Gore-Tex Stiefel Fulcrum 3 sowie zum Shoei Integralhelm GT-Air 2 wird ebenfalls zeitnah publiziert und dann selbstverständlich auch hier verlinkt.























